Die ersten Omnomnomnom Awards für beste Bücher 2017

In Bücher zum Lesen by LeleLeave a Comment

Ich habe viel gelesen dieses Jahr. Das liegt bestimmt am neuen Arbeitsumfeld, mein Zugang zu Büchern ist ein anderer geworden und ich durfte ein paar wirklich gute Sachen lesen. Hier sind, ohne großes hin und her und ohne besondere Reihenfolge, die besten Bücher die ich dieses Jahr gelesen habe. Den Anfang machen Bücher die auch in diesem Jahr erschienen sind, danach kommen andere Sachen, die auch fantastisch waren.

Killing Gravity von Corey J. White

Killing Gravity macht einen heiden Spaß. Mariam Xi ist eine „Gods Damned Voidwitch“, das heißt sie kann im Weltraum mit Hilfe ihrer telepathischen Kräfte Raumschiffe durch die Gegend schleudern. Um diese Idee herum stehen eine interessante Crew, ordentliche Bösewichte, ein katzenähnliches, sehr cooles Wesen und Rache. Killing Gravity ist eine Novelle, knackig, ohne Extras und immer direkt zum Punkt. „Pageturner“ würden echte Profis sowas nennen. Tatsächlich ist Killing Gravity genau das, gute Unterhaltung, verdammt coole Momente, Spannung, Sorge um Charaktere und ein ordentlicher aber zu verkraftender Cliffhanger.

To Be A Machine von Mark O’Connell

Mark O’Connell geht auf Reisen in diesem faszinierenden und angenehm verständlichen Blick auf die transhumanistische Bewegung. In Gesprächen mit den Menschen die diese Bewegung gestalten und bewegen gibt er in To Be a Machine Einblicke in die Singularität, eingefrorene Gehirne, Sexbots und existentielle Fragen rund um das Zusammenspiel von mensch und Maschine. To Be a Machine hat Spaß gemacht, mir dabei viele Dinge beigebracht und generell meinen Blick auf ein Leben mit, in und um Maschinen herum erweitert. O’Connel spricht mit führenden Stimmen, wenn es darum geht Körper einzufrieren, falls wir es doch einmal schaffen unser Bewusstsein zu digitalisieren. Danach geht es um die Furcht vor der mörderischen künstlichen Intelligenz und um Politiker die mit einer transhumanistischen Message aufwarten. In meinen Augen muss ein Buch, dass sich dieser Thematik annimmt so sein, muss die Lesenden immer wieder erden, zurückholen aus den Wolken und einen Bezug zum Hier und Jetzt herstellen, und das tut To Be a Machine bewusst und sehr gut.

Borne von Jeff Vandermeer

Borne ist so herrlich bizarr und fremd. Es gibt einen Bären der die Sonne verdeckt, so groß ist er. Fliegen kann er auch noch. Dazu kommt Borne ein Wesen so ähnlich wie ein Ditto von Pokemon, in der Lage jede Gestalt anzunehmen. Nur nicht so liebenswürdig wie das kleine Pokemon, ist Borne in der Lage nicht nur seine Gestalt anzupassen sondern trägt in sich ein tiefes Verlangen nach Nahrung. Dann ist da Wick, der sich mit Hilfe von biologisch modifizierten Käfern betrinkt und natürlich Rachel, die die Geschichte von Borne und Mord, dem Bären, erzählt. Alles passiert vor dem Hintergrund einer zerstörten Stadt, wilden Kindern, und einem verdammt großen Bären. Borne stellt viele Fragen über Menschlichkeit, Verlangen, Erinnerungen und geht in eine gänzlich andere Richtung als erwartet.

Strange Practice von Vivian Shaw

Ach Strange Practice hat wirklich gut getan. Dr. Greta Helsing ist Ärztin für nicht menschliche Wesen, sie gibt Ghoulen Anitiotika, Banshees Halsbobons und Mumien neue Knochen und Verbände. Als mysteriöse Kräfte beginnen Attentate auf eben diese Wesen auszuüben ist es an ihr und ihren Freunden dagegen vorzugehen. Zusammen mit zwei Vamyren, einem Dämonen und anderen sonderbaren Wesen beginnt sie einem großen Übel auf die Spur zu kommen. Die Art und Weise wie Vivian Shaw diese Wesen in unsere Gesellschaft einbaut, wie sie die medizinischen Felder verbindet und am Ende eine wirklich schöne Geschichte über Familie und ganz normale Menschen, ohne sonderbare Fähigkeiten, erzählt war Balsam für die Seele. Ein Buch das mich mitgerissen hat, an dessen Ende ich gejauchzt und die Luft geboxt habe.

The Tiger’s Daughter von K Arsenault Rivera

Auf dem Cover heißt es „Even Gods Can Be Slain“ und The Tiger’s Daughter braucht eine Weile, um Götter, oder in diesem Falle Dämonen, zu bekämpfen. Aber der Weg da hin ist, um es ganz einfach zu sagen, voll schön. The Tiger’s Daughter ist im Prinzip ein langer Liebesbrief von einer Prinzessin an die andere, in dem die Geschichte der beiden Frauen erzählt wird, die trotz aller Hürden zueinander finden. Das Buch ist manchmal etwas seicht, weiß aber immer wieder mit komplexen Fragen zu überraschen und trägt allein mit der Chemie zwischen den Hauptcharakteren mit Begeisterung durch die Geschichte. Barsalyya Shefali und O-Shizuka sind zwei faszinierende Frauen, die viel Kraft in sich tragen und denen ich nur zu gerne bei ihren weiteren Abenteuern zuschauen werde.

Außerdem…

Dann war da noch Six Wakes von Mur Lafferty, ein haarsträubendes und super faszinierendes Mordkomplott im Weltraum. Sechs Klone wachen auf, es ist klar, dass sie ermordet wurden und ihnen fehlt die Erinnerung an die letzten paar Jahre, in denen der Mord passiert sein muss. Wer war es? Es kann nur eine Person unter ihnen gewesen sein. Dun Dun Dun. Spaß hats gemacht. Auch im Weltraum spielen The Collapsing Empire von John Scalzi und Yoon Ha Lee’s Ninefox Gambit und Raven Strategem. Auch wenn beide Serien doch sehr unterschiedlich sind, ersteres ist ganz grob und unzureichend gesagt: „Game of Thrones in Space“, während letztere Mathematik, Verschwörung, Formationen und wahnsinnige Generäle im Hinterkopf mit sich bringen, so sind beide Serien spannend bis zur letzten Seite, innovativ in ihrem Umgang mit bekannten Ideen und der Anfang von großen Dingen. Ich sollte an dieser Stelle auch An Accident of Stars und A Tyranny of Queens von Foz Meadows erwähnen. Den zweiten Teil dieser außerordentlich guten Reihe habe ich gestern beendet und sehr genossen. Die Art und Weise wie Meadows bekannte Themen mit anderen Welten verwebt, sich zu Recht über wichtige Dinge wie den Umgang mit Vergewaltigungsopfern aufregt und dabei immer noch Drachen durch die Gegend rennen lässt ist toll. An letzter Stelle für diesen Abschnitt stehen die Refrigerator Monologues von Catherynne M. Valente. Valente nimmt bekannte und verhasste Klischees bekannter Comics aufs Korn und trifft jedes zwischen die Augen. Sollte noch einmal gelesen werden, bevor der neue X-Men Film entscheidet Phönix zu killen, weil sie zu stark wird.

Das war eine Menge fantastische Literatur. Ich habe aber auch ein oder zwei nicht-fiktive gelesen. Insomniac City von Bill Hayes war sowohl ein schöner Blick auf die Stadt die niemals schläft, als auch auf Oliver Sacks, einen Mann den ich vorher nicht groß kannte, jetzt etwas besser kenne und den ich gerne weiter kennen lernen möchte. Angefangen hat diese kleine New York Phase mit Olivia Laing’s The Lonely City und am Ende stand Close to the Knives von David Wojnarowicz, ein Buch das ich immer noch nicht beendet habe. Seine Beschreibungen von Menschen die an AIDS sterben waren zum Ende des Buches etwas zu düster für mich. Aus ähnlichen Gründen habe ich We Were Eight Years in Power von Ta-Nehisi Coates immer noch nicht beendet. Meisterlich verfasst habe ich zum Ende des Jahres doch eher gelesen, um zu entkommen, nicht um der Realität ins Auge zu schauen. Vielleicht habe ich auch deshalb so große Freude an Lee Child und seinen Jack Reacher Romanen gefunden. Für ein actionreiches Wochenende genau das Richtige. The Midnight Line steht im Regal und wartet darauf verschlungen zu werden.

Arrrgh, da waren noch so viel mehr feine Dinge! Red Sister von Mark Lawrence, Nevermoor von Jessica Townsend, Hood von Alison Kinney, Binti und Binti: Home von Nnedi Okorafor und und und und… Ich durfte viele sehr, sehr gute Dinge lesen dieses Jahr. Mögen es im kommenden noch mehr sein und auf das mein Gefühl für Gut und weniger Gut sich weiter entwickelt. Auf gehts.

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