Weekly Planet zum 23.11.

In Weekly Planet by LeleLeave a Comment

Eine schnelle Woche, keine großen Pausen, kein Rumgehänge. Ich habe viel gelesen, Mensch könnte meinen ich hätte drei Bücher zu Ende gelesen in dieser Woche. Bäm! Grund könnte sein, dass ich teste ob das Gras auf der anderen Seite grüner ist, ich besitze jetzt einen eReader. Ein Tolino ist es geworden. Bin ich jetzt fake? Redet noch wer mit mir? Bitte?

Diese Woche im Weekly Planet, ein paar Links, nicht sonderlich viele, sehr gute Musik und eine Buchbesprechungen. Los gehts!

Letzte Woche habe ich von dem Julien Baker Konzert erzählt. Die Woche über habe ich immer wieder auf meinem Sessel gesessen, gelesen und die beiden Alben von Baker gehört. Ich habe öfters für mich mitgesungen und festgestellt, dass ein Sitzkonzert Mitsingen einschränkt, dass Julien Baker Musik macht, die mich dazu bewegt mitzusingen. Dann habe ich mich geärgert, weil das im Heimathafen einfach nicht möglich war und ich nicht glaube, dass ich noch mal eine Show von ihr erleben werde, wo das geht. Gerade weil die Orte eher größer werden und das ist cool, großartig sogar, für sie. Aber in einem kleinen egoistischen Moment wünsche ich mir eine Julien Baker Show im Stile einer Punkshow im Keller, damit ich bei Rejoice laut mitsingen kann ohne mich fehl am Platz zu fühlen.

Der Song da oben, von Camp Cope setzt sich einmal mehr mit der aktuellen Situation in der Musikindustrie auseinander. Es ist ein wütender, ernster und ehrlicher Song. Gefunden habe ich ihn mit Hilfe der Get Alternative Sendung. Ich mag die Art und Weise wie sich hier Schnipsel aus Filmen mit Moderationen abwechseln. Die Musik steht klar im Vordergrund. Ich frage mich, wann sich das für All You Can Eat verändert hat?

Der Camp Cope Song ist ganz klar relevant. Am Dienstag wurden Vorwürfe gegen Pinegrove Sänger Evan Stephens Hall laut. Die Vorwürfe sind verwaschen und seine Entschuldigung unkonkret. Entscheidender Punkt an der Stelle ist dieser Abschnitt der Entschuldigung:

 

i am also led to something that i said regarding all this that i regret immensely. i said that i could sense who from the crowd would be interested in sleeping with me based on how they watched me perform. this comment applies such a dark layer to my interactions with people after our sets. nobody coming to a concert deserves to be evaluated based on their sexual potential by the performer. i absolutely crossed a line with that comment and that behavior, and i am so sorry.

 

Wow. Ein wenig hoffe ich, dass Pinegrove im März trotzdem nach Berlin kommen, ich möchte die Vorband so gerne sehen. Die Paris Review fragt, was wir mit der Kunst von monströsen Männern anstellen sollten. Und um die Sache an dieser Stelle abzuschließen, zu behaupten, dass übergriffige Menschen einfach Sex-Arbeiter*innnen bezahlen sollten ist großer Bullshit.

Dyse bringen diese Woche, am Freitag, eine neue EP raus! Ein cooles Video gibt es dazu und alle sind glücklich und tanzen. Wer lesen will, wie Margaret Thatcher über Punk instruiert wurde, geht hier vorbei. Spotify füllt Playlisten mit Auftragsarbeiten und verdrängt damit „echte“ Künstler*innen. Cards Agains Humanity hat ein Stück Land an der Grenze zu Mexiko gekauft und sich eine Anwaltsfirma dazu geholt um den Bau der „Mauer“ so lange wie möglich aufzuhalten. Wenn nur alle Menschen so gute Sachen mit ihrem Geld anstellen würden. Geld ist so ne Sache. Investitionen sind wichtig, das zeigt die New Yorker U-Bahn, die langsam aber sicher zerfällt. Es gibt eine Sikh Motorradgruppe, coolste, schöne Fotos. China hat sich von Liu Cixin inspirieren lassen, als es um die weltweit größte Satellitenschüssel ging. Jetzt wollen sie die ersten sein, die Kontakt aufnehmen. Motherboard mit einem „Guide to not getting Hacked“, in dem interessanter Weise von Telegram abgeraten wird. Die Begründung, ein zentraler Speicherort für alle Nummern und lausige Verschlüsselung, klingen logisch.

Das Album „After Laughter“ von Paramore ist eine wirklich schöne Sache. Poppige Sounds und wirklich ergreifende, persönliche und tief depressive Texte knallen aufeinander und werden schnell zu gern gehörten Ohrwürmern. Hier ist ein „Guide to Fantasy and Science Fiction for Black People, by Black People“.
Jetzt sind wir tief in nerdigen Themen. Mein persönliches Ding der Woche ist DC’s Doomsday Clock. Ein Comic, der das Watchmen Universum und das vanilla DC Universum entgültig zusammenführen soll. Oder ein ideenloser Griff nach mehr Geld auf dem Rück von Menschen, die ganz klar über den Tisch gezogen wurden. Mich regt das schon ein bisschen auf. Chase Magnett hat die Sache deutlich reflektierter und besser aufgeschrieben, als ich es könnte. Ich meine die haben damals Merch als Promo-Sachen verkauft, um kein Geld an die eigentlichen Machenden zahlen zu müssen. Klar, das ist Business, aber es ist nicht okay. Und wenn wir eh gerade dabei sind Verantwortung für die Szene durchzusetzen und zu fordern, dann ist das ein klarer Teil davon. Ich möchte so viel lieber etwas cooles, neues aus dem Hause DC sehen, was sich gut anfühlt, als eine halbgare Sache, bei der sich mein Magen umdreht.

DEE Buchbesprechungen

The Collapsing Empire (John Scalzi, Tor Books)
Stellt euch eine Zukunft vor, in der Menschen mit Hilfe des sogenannten „Flow“ zwischen Planeten reisen und so das Problem der Lichtgeschwindigkeit umgehen. Der Flow besteht aus einem Netzwerk aus Tunneln die es leichter machen große Entfernungen zu überbrücken. Das nur als Grundlage. Der Titel des Buches liefert Ansätze zu möglichen Dingen die mit dem Flow passieren könnten. Wenn das aus dem Weg geräumt ist, dann ist dieses Buch ein Stück wirklich unterhaltsame Space Opera. Es gibt einen diversen und sehr coolen Cast, Intrigen en mass, Explosionen, Sex und schnippige Dialoge. The Collapsing Empire macht einen Haufen Spaß, lässt viele Sachen bis zum Ende offen und schafft es die offensichtlichen Dinge trotzdem spannend zu gestalten. Scalzi hat eine selbstbewusste Art und Weise Dialoge und Szenen zu beschreiben, die so kollegial und angenehm bissig ist, dass jede Erklärung, jede Situation nie zu schwer wird. Es gibt keine gigantischen Erklärabschnitte oder so. Dinge passieren einfach und sie sind sehr unterhaltsam. Ein erster Teil einer Serie, der tatsächlich etwas kurz daher kommt und mehr verlangen lässt. Die Vergleiche zu Game of Thrones sind angebracht.

Werte coole Menschen, ich mache mir jetzt was zu Essen. Wir sehen uns hier, hören von uns via diversen Podcasts und laufen uns vielleicht sogar mal über den Weg? <3
Das zweite Bild via Sparth.

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