Weekly Planet am 9.11.

In Weekly Planet by LeleLeave a Comment

Das hier ist ein willkommenes Ritual. Die Woche über werden Links gesammelt, es läuft die heimische Musikbibliothek auf shuffle, in diesem Moment dieser Song. Damals hatten Paradise Lost ihre Metal meets Depeche Mode Phase und ich habe ihre Diskographie im Internet zusammengesucht. Psst, nicht weitererzählen. Ich war in den USA, saß auf einer großen Luftmatratze an meinem Schreibtisch und wechselte zwischen Paradise Lost und der Divine Comedy hin und her. Good times. Auf gehts!

Ludroe sorgt dafür, dass ich noch mal mehr gerne nach Tokyo reisen würde, so viele Bücher! Annie Nocenti (Daredevil, Catwoman und vieles mehr) über ihren neuen Comic, den sie zusammen mit David Aja (Hawkeye und mehr) entwickelt hat. Hier geht es um Schwierigkeitsgrade in Videospielen und hier um die Menschen, die das Produzieren dieser Spiele kaputt macht. Anscheinend hat niemand Interesse an fertigen Spielen und so wurde das chinesische Firewatch entwickelt.

Wusste nicht wo ich das einbauen sollte, aber eigentlich kein Wunder, dass auch Pornos gegen Schwarze diskriminieren. Super interessanter Text, gerade wegen der Schreibweise, die so weit von dem grundlegenden Thema (P0rnos) entfernt ist wie es nur geht, auf eine positive Art und Weise. Niemand ist sicher, erst Recht nicht Kinder auf Youtube. Wo wir gerade bei Kindern sind, Deutsche Welle berichtet, dass Haribo essentiell von Sklaven produziert wird. Noch einen drauf? Es gibt in Stranger Things 2 eine Kuss Szene. Ich sag nicht wer wen und so, also Spoiler hinter dem Link. Aber es sieht so aus als ob die Schauspieler*innen das nicht so spitze fanden, ihnen aber keine Wahl gelassen wurde. Die Mache haben reagiert, aber das bittere Gefühl bleibt.

Comics sind ein kompliziertes Feld. Während gerade zahlreiche Schauspieler ihre Jobs verlieren, weil sie essentiell Arschlöcher sind, arbeiten noch zahlreiche bekannte Menschen der Art Weinstein bei den großen Comicverlagen. Da sind Eddie Berganza, Brian Wood oder Mike Carlin zu nennen. Dieser offene Brief an Dan DiDio ist fantastisch. Auch in journalistischen Kreisen werden weiterhin Menschen geschützt die erwiesener Weise schlimmste Dinge getan haben. Mal ganz kurz ein paar Worte zu Eddie Berganza. Es ist seit Jahren bekannt, dass der Mann mindestens übergriffig ist. Aber DC feuert den Mann nicht, nein. Sie richten ein Büro nur für Männer ein, es ist schon komisch, dass kaum Frauen Superman schreiben oder? Und behalten den Mann. Wäre mal ein guter Schritt so jemanden loszuwerden, mit einem saftigen Tritt und ohne Tantiemen. Ganz am Rande, Laurie Penny tritt momentan viele Hintern.

Positive Dinge! Flüchtlinge aus Burma haben an amerikanischen Sushi Ständen eine neue Heimat gefunden. Und es gibt die erste Übersetzung der Odysee ins Englische von einer Frau, ein sehr schön geschriebenes Feature! Jede Sache verdient es genauer unter die Lupe genommen zu werden. „Hillbilly Elegy“ ist ein viel gefeiertes und, das kann ich persönlich bestätigen, ein viel gekauftes Buch. Ich wusste nicht, dass der Autor mit „Eugenisten“ Essen geht.

Jamie McKelvie (The Wicked & Divine) über die gute Vorbereitung einer Comicseite vor der Weitergabe. Und sein Mittäter Kieron Gillen übers Schreiben von Comics, damit einen die zeichnende Person nicht lyncht. Es gibt einen neuen Comic von Ken Nimura (I Kill Giants) und es ist ein wundervolles Stück Unterhaltung, wie ein guter Manga übers Kochen.

DEE Film Review

Suburbicon (Regie: George Clooney / Mit: Matt Damon, Julianne Moore, Noah Jupe, Tony Espinosa und einigen anderen / Drehbuch: Joel & Ethan Coen, George Clooney & Grant Heslov)

Eine Sneak Preview ist schwieriges Gelände, meine Hoffnungen auf „Captain Underpants“ wurden wieder nicht erhört. Stattdessen ging es in die Suburbs, dieser Traumhafte Ort, wo alles seine Ordnung hat, alle glücklich und weltoffen sind. Dem Opening des Films, das als Werbespot für den fiktiven Ort Suburbicon fungiert, nach ist das genau dieser Ort. Wie nah dran an der Realität unserer Vergangenheit dieser Film ist zeigt ein Subplot, der einer schwarzen Familie zusieht, wie sie in dieses weiße Paradies einzieht. Sofort gehen die Diskussionen los: „Unsere Häuser sind weniger wert“, „Früher waren wir hier sicherer“ und so weiter. Das ist so nah an der Wahrheit, dass es weh tut. Aber es ist nur ein Subplot, vielleicht auch nur um dem Trailer Szenen zu liefern in dem Dinge explodieren. Wie enttäuschend das auch war, die „richtige“ Story dreht sich um Gardner (Matt Damon), seine Frau Rose (Julianne Moore), seine Schwägerin (auch Julianne Moore – ein Schelm wer dabei böses denkt) und um den großartigen Nicky (Noah Jupe). Die augenscheinlich glückliche Familie wird eines Nachts von gefährlichen Gestalten heimgesucht und verlieren ein Familienmitglied. Es folgt ein stetiges Rutschen abwärts, bei dem die restlichen Charaktere immer brutaler und absurder werden, um ihre neu geschaffene Realität zu wahren. Nicky merkt schnell, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Was dem Film zu Gute kommt, ist, dass der Trailer kaum Story verrät. Hier wurden sogar komplett unabhängige Stimmen zusammengeschnitten, um eine Story zu schaffen die komplett anders ist als die im Film. Leider ist die im Film ebenso vorhersehbar wie die im Trailer, da machen die Unterschiede keinen Braten fett.

Selten konnte ich in einem Film dieser Art, der immer brutaler und absurder wird, jeden kommenden Schlag vorhersehen. In diesem Fall war so viel offensichtlich, dass es weh tat. Ein anderer Film hätte durch Humor oder packende Charaktere darüber hinwegsehen lassen. Suburbicon bringt zwar Star Talent auf die Leinwand, aber keiner der Charaktere bekommt genug Zeit, um zu atmen. Hier kommt wieder der Subplot ins Spiel. Er ist relevant und gesellschaftlich wichtig, spielt aber im Film kaum eine Rolle. Der größte Fehler ist jedoch die fehlende Wertung des Subplots. In keiner Weise wird der Mob verurteilt, der das Haus der neu Zugezogenen zerstört. Da hätten sie sich das sparen können und etwas mehr Zeit in die wirklich diabolische Julianne Moore und in den gruseligen Matt Damon stecken können. Aber nein, stattdessen gibt es zwei halbe Stücken Apple Pie, die nicht ganz gar schmecken.

Das wars für diese Woche. Genießt den Herbst so gut es geht, zieht euch wärmer an und lest ein gutes Buch. Das Bild ganz oben stammt von Mike Redman.

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