Weekly Planet am 12.10.2017

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Mittagsschlaf ist schön, aber ob er wirklich was bringt, das bezweifle ich. In dem Moment in dem ich in meinem Bett liege, da bringt er ganz viel. Aber danach, meh, und diese magischen 20 Minuten die muss die Müdigkeit auch erlauben. Schuld sind ein Praktikum und späte Arbeit. Aber ich denke ihr seid nicht hier für meine Lebensweisheiten, die ihr eh schon kanntet, sondern für irgendwas anderes. Es folgen die üblichen Links zu aktuellen Themen, eine Reihe von Podcastempfehlungen und zwei kleine Film Rezensionen. Hände über dem Kopf zusammen und Kopfsprung.

Stellt euch mal folgendes Szenario vor: Ihr veranstaltet ein Comic-Festival. Es ist nicht das erste Mal, ihr habt eine große Anzahl von Künstler*innen und Gästen eingeladen und seid prächtig stolz auf euer Line-up. Dann meldet eine durchaus prominente Person Bedenken an. In ruhiger Art und Weise wird euch gesagt, dass eure Gästeliste ganz schön weiß sei und, dass das eher enttäuschend sei. Es gäbe doch so viel mehr. Wie reagiert ihr?
a) Mit Wut, Intrige und Beleidigungen?
b) Gelassen und dankbar für das Feedback?
Drei Mal dürft ihr raten welchen Weg das Lakes International Comics Art Festival gewählt hat. Kurz danach haben mehrere Gäste in Solidarität mit Autorin Zainab Akthar verkündet nicht mehr am Festival teilzunehmen.Es ging hin und her, bis tatsächlich eine ordentliche Entschuldigung für das Verhalten geäußert wurde. Jetzt bleibt die Frage wie in den nächsten Jahren bezüglich Diversität und Feedback verfahren wird. Bei Woman Write About Comics gibt es dazu eine gute Zusammenfassung. An anderer Stelle hielt Marvel es für eine gute Idee eine Kooperation mit dem 5. größten Waffenhersteller der USA einzugehen. Es gehe um die Förderung von Wissenschaft und bla bla bla. Wenn ihr Wissenschaft fördern wollt, dann tut euch mit NASA zusammen ihr Deppen. 14 Stunden nach der Ankündigung was die Sache dann auch schon wieder im Eimer. Das hätten die sich vorher denken können, wenn sie davon gewusst hätten. Während Harvey Weistein nach Europa flieht, werden seine Verbrechen von mutigen Menschen erzählt. Auch Katie Skelly hat eine, nicht mit Weinstein, sondern mit einem anderen Arschloch, nicht weniger relevant. Und fucking hell Twitter macht nur smarte Moves heutzutage. Es kommt sicherlich gut in diesen Zeiten die Frauen zu blocken, die den Schritt gehen und ihre Geschichten hörbar machen.

Cory Doctorow spricht mit William Gibson (Neuromancer, The Peripheral) über kommende Werke, nötige Anpassungen auf Grund von überraschenden Präsidenten und über Gibsons Comic Archangel. Noisey hat die Spuren einer A-Capella Hardcore Band aufgedeckt. Spotify hat forschende Menschen bedroht, die anscheinend aufgedeckt haben, dass der Gigant am Anfang seine Bibliothek mit illegal erworbenen MP3’s gefüllt hätte. Das Buch zum Thema erscheint wohl 2018. Eine bitkom Umfrage zur Nutzung von E-Readern im Vergleich zu Büchern aus Papier und Hörbüchern hat interessante Ergebnisse. Konventionelle Bücher sind anscheinend immer noch vorne und Hörbüchern geht es gut.

Buzzfeed mit einem faszinierenden Blick auf den Marsch von rechtem Gedankengut in den amerikanischen Mainstream, GamerGate und eine menge andere Arschlöcher. Es gibt anscheinend „super secret white nationalist conventions“, David Lewis war bei einer. Ich möchte immer noch Zoë Quinns Buch lesen. Hier geht es um hasserfüllte Kommentare und das (fehlende) Verhalten großer Firmen. Rob Wijnberg schreibt eindrucksvoll und logisch über die Gefahr von absoluter Objektivität im Journalismus.

Am 6.10. war der MIZ Radio Innovation Day 2017 in den heiligen Hallen von ALEX Berlin. Unter anderem wurde hier viel über Podcasts geredet und weil da nur die Rede von Serial war, habe ich ne kleine alternative Liste vorbereitet. Diese drei Podcasts haben gerade eine weitere Staffel begonnen oder eignen sich gut für einen spontanen Einstieg.

01 The Hilarious World of Depression
Bisher gab es in der zweiten Staffel dieses Podcasts Interviews mit Wil Wheaton, Margaret Cho und Neal Brennan. Grundlegend geht es um Depression. Meist sind es Comedians die erzählen wie sie mit ihrer Krankheit umgehen und wie sie damit aufgewachsen sind. Großartige Interviews zu einem sehr intimen Thema, die es schaffen diese gemeine Krankheit besser zu beleuchten. link

02 Radiolab Presents: More Perfect
Dieser Radiolab Ausläufer setzt sich mit großen Fällen des amerikanischen Supreme Courts auseinander. In üblicher, unglaublich kompetenter Manier werden Fälle aufgerollt, erklärt und mit Kontext versehen. Die Geschichte von japanischen Camps während des zweiten Weltkrieges, die der Supreme Court für rechtens erklärte, hat beinahe dazu geführt, dass ich in einem Denns anfange zu weinen. link

03 I Only Listen to the Mountain Goats
Es ist an dieser Stelle ziemlich egal ob ihr die „Mountain Goats“ kennt. Es ist eine band die für viele Menschen eine große Bedeutung hat und coole Musik macht. Was diesen Podcast interessant macht ist das generelle Konzept. Jede Folge nimmt einen Song auf dem ersten Album der Band auseinander. Dafür sitzen sich Moderator Joseph Fink und Mountain Goats Mensch John Darnielle gegenüber, reden über die Musik und holen sich beispielsweise in der ersten Folge Autor John Green dazu. Außerdem gibt es Cover-Versionen der Songs zu hören. Super coole, in sich relativ simple Idee. link

Ich halte DEE Reviews für ein feines Wordspiel. Hehe. Also hier sind:

DEE Film Reviews

Headshot imdb
Iko Uwais war unter anderem Hauptdarsteller von „The Raid“ und „The Raid: Berandal“. Zwie Filme die ich unglaublich doll genossen habe und allen unter die Nase gehalten habe, die nicht bei drei auf den Bäumen waren. Headshot ist eine Art Jason Bourne Geschichte. Mann wäscht ohne Erinnerungen an einen Strand, junge Krankenschwester entscheidet sich aus nicht erkenntlichen Gründen in seinem Zimmer zu pennen bis er aufwacht. Er beginnt ein neues Leben. Parallel dazu bricht ein wirklich fieser Geselle aus dem Gefängnis aus und die Jagd nach unserem Helden beginnt. Uwais macht seinen Job als „Ishmael“ mittelgut, er ist deutlich besser darin anderen Menschen die Birne einzuschlagen als einen verwirrten Mann zu spielen. Die Actionszenen sind brutal, direkt und sehr gut gefilmt. Jeder Schlag sitzt. An manchen Stellen ist die Sache ein wenig zu brutal, Knochen und so. Headshot hat im Story Department durchaus Potential, das nicht genutzt wird. Konflikte werden angedeutet und Charaktere werden skizziert, es gibt jedoch kein abschließend befriedigendes Bild auf dieser Ebene. Anders als beispielsweise „The Raid“, der nie wirklich versucht hat eine Story zu haben, versucht es „Headshot“ und schafft nur das halbe Rennen. Die Choreographie und Inszenierung der Kämpfe ist jedoch fantastisch. „Headschot“ gibts bei Netflix.

The Man from Nowhere imdb
„The Man from Nowhere“ ist ein koreanischer Actionfilm. Unser Protagonist hat eine düstere Vergangenheit und arbeitet in einem Pfandhaus. Durch ungünstige Ereignisse wird seine einzige Bezugsperson, ein kleines Mädchen für das er eine Art Vater ist, entführt. Er geht also los und nimmt alles auseinander bis er sie wieder hat. Grundsätzlich ist hier nicht viel an Story und das tut dem Film sehr gut. Die einzelnen wenigen Aspekte sind sehr detailliert dargestellt, vom Vorgehen der Polizei bis zu den wahnwitzigen Verbrechern hat bekommt jeder Charakter in kürzester Zeit einzigartige Züge. Der Film hat wirklich gute Actionsequenzen, Hauptdarsteller Bin Won macht hier gute Arbeit, auch wenn seine sonstigen schauspielerischen Leistungen durchaus zu wünschen übrig lassen. Die Dialoge sind auch nicht alle sonderlich gut. Wie gesagt, der Film trägt mit Action und einer spannenden Story, nicht mit geistreichen Dialogen. Oh und es gibt ein indisches Remake. Natürlich wurde hier sämtliches Fingergefühl aus dem Fenster geworfen.

Soviel für diese Woche. Nächstes Mal vielleicht wieder Comics oder ein Buch. Bleibt gesund, lasst euch nicht ärgern und lasst von euch hören.

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