Weekly Planet am 13.01.18 – Dancing Waititi

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Die ersten Wochen von 2018 gehen ihren Lauf und die einen schauen wehmütig nach hinten, auch wenn ich glaube, dass das wirklich wenige sind. Und wenn, dann überspringen sie wahrscheinlich 2016 und 2017. Die anderen schauen nach vorne. Sie gönnen sich vielleicht eine Runde Data Detox oder spielen eines dieser Spiele, die sie 2017 verpasst haben. Für immer leben ist schließlich verdammt teuer und es könnte sein, dass Mindfulness schon cool ist, aber auch von den tatsächlichen Problemen ablenkt. Das hier ist der Weekly Planet. Momentan eher ein Weekendly Planet. Taucht ein mit mir.

A shared, no-fuss conviction that “how we spend our days is, of course, how we spend our lives,” and how we spend our mornings can dictate how we spend our days. The morning steers us, and the morning routine offers the path.Annie Dillard via Ana Cecilia Alvarez
Wie verbringt ihr einen normalen Morgen? Sofort ans Telefon oder erst später? Irgendwie ist so ein Flip-Phone attraktiv. Entweder, weil es anders ist, oder weil es eine Art von Ruhe verspricht. Vielleicht bekommt ja noch mal jemand raus, wie man welche herstellen kann, die rudimentäres Internet hinbekommen (Für Apps wie Signal zum Beispiel), aber sonst nix. Und Podcasts vielleicht noch? Dann ist es aber wieder was anderes. An der Stelle wo sich Smartphones und Podcasts treffen, lohnt es sich zu fragen wo das Eigene eigentlich hergestellt wurde.
In der Richtung Telefon ohne Social Media ist der Aufruf Facebook zu löschen und stattdessen den normalen Browser inklusive Lesezeichen zu nutzen durchaus relevant. Ich benutzte Facebook weniger für News (urgh) als für Verbindungen zu feinen Menschen und für Dragons Eat Everything. An letzterem komme ich kaum vorbei. Facebook ist ein großer Filter, also müssen wir uns unsere Informationen von woanders holen. Manche haben ihren Browser so eingestellt, dass er einfach alle wichtigen Seiten beim ersten öffnen aufmacht. Dann kann Mensch das in Ruhe durchgehen. Ich merke jedoch wie ich mich zwingen muss längere Artikel zu Ende zu lesen, weil meine Aufmerksamkeitsspanne zu kurz geworden ist. Noch ein Grund mehr Abstand zu Facebook und Konsorten zu nehmen. Aber zurück zum Filter, Zensur ist auch ein Filter und die amerikanische Regierung schwingt den Hammer. Schon eine faszinierend gruselige Situation, wenn der der Arktis Forscherin die Quellenangaben gelöscht werden. An anderer Stelle sammeln die Menschen die Daten einfach selbstständig und stellen sie dann zur Verfügung.
In October, I created a Google spreadsheet called “Shitty Media Men” that collected a range of rumors and allegations of sexual misconduct, much of it violent, by men in magazines and publishing. The anonymous, crowdsourced document was a first attempt at solving what has seemed like an intractable problem: how women can protect ourselves from sexual harassment and assault.Moira Donegan
Hier ist übrigens die Frau die eine Liste mit arschigen Männern erstellt hat und das hier präsentiert Roxane Gay einen sehr vielseitiger Bericht über feministische Proteste gegen „Miss America“ Veranstaltungen. Der Nippel ist eine schwierige Sache und von Pronomen haben wir noch gar nicht mal gesprochen, darüber lesen lohnt sich aber mindestens. Es gibt ja Dinge über die ein Mensch wie ich (Cis, Weiß, Männlich, Hetero) sich nie alleine Gedanken macht, zum Beispiel wie es ist als Sex-Workerin von einem Land ins Andere zu reisen. Dass das problematisch ist, hätte ich nicht erwartet. Jessie Sage über eben diesen Moment der Einreise, in dem sich das Telefon näher angeschaut wird.

Diese Bilder und der dazugehörige Artikel zu einem ägyptischen Roller-Derby Team sind fantastisch! Hier spricht Kawandeep Virdee mit einem Zine über die Schönheit von Magazinen und ihre Vorteile gegenüber Websiten. Rob Horning fragt sich was es mit Langeweile auf sich hat. Gegen Langeweile, wenn etwas dagegen unternommen werden möchte, hilft ein gutes Buch. Vielleicht mit einer Liste zu Radical Political Action anfangen und dann mit Naondel weitermachen. Das Bucht wurde auch auf dieser Seite bereits besprochen. Alternativ empfehle ich dieses Humble Bundle voller feiner Comics und dieses Gespräch zwischen Katsuhiro Otomo und Takehiko Inoue.

Für diese Woche verlasse ich euch mit diesem wunderbaren Eindruck von den Dreharbeiten für Thor: Ragnarök. Ich möchte auch so frei tanzen können und würde super gerne eine Doku über die Produktion des Filmes sehen. Bleibt stark werte Menschen, lasst euch nicht ärgern und denkt daran, dass es okay ist nicht gleich Morgens das Telefon anzuschalten und bei Twitter dem Untergang zuzusehen. Wenn ihr aber Bock drauf habt, dann rockt die Sache. Und hört den letzten Ninja Pirate Podcast, Maurice und ich schauen uns an was 2018 so an Filmen rauskommen wird und ich bin stolz auf die Folge.

This is how you make movies

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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