Weekly Planet am 19.01.18 – Drei gute Bücher

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Es windet und schneit. Wie das mit dem Fliegen wohl funktioniert? Neben mir liegt ein Sticker auf dem steht „Support your local Pussy“. Es läuft gute Mukke. Draußen geht die Welt unter und gleich mache ich mir was zu essen. Es gibt noch wirklich bizarre Websiten, die trotzdem viel zu sagen haben. Ist diese eine davon? Wer weiß, was zu sagen haben wir allemal. Diesmal eine Menge Links, die Frage nach Meritocracy in Comics und drei explizite Buchempfehlungen!
Das hier ist der Weekly Planet. Let’s do this.

Terry Gross moderiert Fresh Air, sie ist eine der besten Menschen wenn es ums Interviewen von Menschen geht. Die Frau hat es so dermaßen drauf, deshalb ist ein Blick in ihren Kopf viel wert. Es ist krass wie sehr #metoo und dergleichen den Weekly Planet einnehmen. Es vergeht keine Woche ohne ein wichtiges und interessantes Stück. Ellen Pompeo, aka Meredith Grey, spricht hier über ihren Weg zu guter Bezahlung. Die Frau flucht viel und das macht sie sympathisch. J.C. Pan schreibt bei The Nation über Macht und Auswirkungen dieser im Arbeitsplatz. Sarrah Jaffe beschreibt das offensichtliche, welches immer noch Beschreibung braucht: Ending Harassment Won’t End Romance. Irgendwo gab es einen Artikel in dem es hieß, dass Hollywood jetzt Angst vor Stories mit Sex oder dergleichen hätte. Weil Menschen ja jetzt „vorsichtig“ sein müssten. Blargs. Über Aziz Ansari gibt es an dieser Stelle nichts zu lesen. Auch wenn das drum herum interessant ist. Am Ende ist immer, mindestens, wichtig: Don’t be Evil. Der Text hat nicht direkt was damit zu tun und ist trotzdem gut.

Uff. Eric Larson (Savage Dragon) behauptet Comics wären eine Meritocracy. Was heißt das? Das bedeutet, dass in Comics NUR die eigenen Fähigkeiten zählen und genug sein sollten, um jeden an jede Spitze zu katapultieren. Talent reiche demnach aus, um eine Karriere zu haben. Ach wie schön das doch wäre. Ist aber nicht so. Talent, harte Arbeit etc. sind natürlich wichtig, das hat noch nie jemand in Frage gestellt. Wenn Comics wirklich eine Meritocracy wären, dann gäbe es mehr Diversität, oder sind die einzigen Menschen die gute Comics schreiben oder zeichnen männlich und weiß? Stattdessen gibt es Grenzen, Hürden und Milkshakes. Die Idee, dass jeder Mensch 100%ig sein eigenes Glück macht ist Bullshit. Es gibt Systeme, Rassissmus, Sexismus und bestimmt noch einige mehr (Wo ist der Soziologe aus der Kiste, wenn Mensch ihn mal braucht?), die erklären, warum eine Meritocracy Quatsch ist. Als Entschuldigung wird sie trotzdem benutzt. „Was wir haben nicht genug Vielfalt? Ja das liegt daran, dass die alle nicht gut genug sind.“ Noch einmal: Bullshit.

Okay, ein paar coole Dinge an dieser Stelle. Hier ist eine Galerie aus verschiedenen Abläufen von „Chose your own Adventure“ Spielen. Studio D mit einem faszinierenden „End of the Year Report„. Via 99% Invisible erst eine Sammlung von coolen futuristischen Städten. Dann eine ähnliche Sammlung von Selbstständigen Städten, auch literarischer Natur. Oh, Dredd ist bei Netflix. Sehr guter Action Film, so gut wie ein Judge Dredd Film eben ist. Polygon’s Essays und Interviews zum Ende von 2017 sind großartig. Dieser hier, über Repräsentation in Videospielen, hat mich in Richtung der Visual Novel Butterfly Soup geschickt. Die Uni wurde prompt zur Seite gelegt, um eine Stunde in das Spiel zu stecken. Said the Grammophone hat die besten Songs 2017 gekürt und ich höre die ersten 33 Songs im Hintergrund. Gerade läuft Stormzy.

Drei feine Bücher



Every Heart A Doorway (Seanan McGuire, Tor)
Dieses Buch hat mich weggepustet. Es geht um Kinder, die einmal durch das Equivalent zur Tür nach Narnia gegangen sind und inzwischen wieder in unserer Welt sind. Weil sie teilweise Jahre an diesen gänzlich anderen Orten verbracht haben, fällt es ihnen schwer wieder Teil unserer Gesellschaft zu werden. Für sie ist normal anders. Um wieder Fuß zu fassen gibt es eine Privatschule, an der die Jugendlichen zum einen die Hoffnung auf Rückkehr nicht aufgeben und zum anderen lernen mit sich umzugehen. Dann passieren Morde und dieses Buch geht von wunderbar zu gruselig in einem Augenschlag. Every Heart a Doorway ist tragisch, poetisch und ein fantastischer Blick auf einen super faszinierenden Aspekt von Portal-Fantasy.

“Because hope is a knife that can cut through the foundations of the world,” said Sumi. Her voice was suddenly crystalline and clear, with none of her prior whimsy. She looked at Nancy with calm, steady eyes. “Hope hurts. That’s what you need to learn, and fast, if you don’t want it to cut you open from the inside out. Hope is bad. Hope means you keep on holding to things that won’t ever be so again, and so you bleed an inch at a time until there’s nothing left. Ely-Eleanor is always saying ‘don’t use this word’ and ‘don’t use that word,’ but she never bans the ones that are really bad. She never bans hope.”Seanan McGuire

Kings of the Wyld (Nicholas Eames, Orbit)
Kings of the Wyld ist wie eine lange, fantastische Runde Dungeons und Dragons mit Menschen, die es drauf haben. Was wäre wenn Gruppen von Abenteuern wie Rock-Bands gefeiert werden würden? Wenn sie einen Agenten hätten, der für sie „Gigs“ organisiert. Nur, dass diese Gigs eher etwas mit Goblins als mit Musik zu tun haben. Verdammt macht das Spaß dieses Buch zu lesen! Clay Cooper war mal Mitglied der berühmtesten aller Banden. Saga war in aller Munde, bis sich die Jungs trennten. Inzwischen hat er ein ruhiges Leben und Familie. Bis ein alter Kumpel seine Hilfe braucht. Es folgen große Abenteuer, schmerzende Knie und Rücken, denn die Herren sind wirklich alt geworden. Ich habe viel gelacht, Energie für die nächsten 20 mal D&D gewonnen. Ja, es ist ein wenig flach. Aber das ist gut so.

Random Acts of Senseless Violence (Jack Womack, Grove Press)
Das Buch ist von 1993 und hat so viele Parallelen zu heute, dass es manchmal gruselig war. Von technischen Errungenschaften abgesehen, erscheint es mir wie eine vollkommen plausible Zukunft. Es gibt einen unbeliebten Präsidenten der ständig Golf spielt und behauptet, dass alles spitze wäre. Aber um den geht es nur am Rande. Eigentlich geht es um Lola, die hier in ihr Tagebuch schreibt. Lesende begleiten sie, während die Welt weiter in Richtung Abgrund rutscht, ihre Familie langsam in Armut gleitet und sie selbst versucht den Kopf über Wasser zu halten. Über die Geschichte hinweg verändert sich ihre Sprache, langsam aber sicher verschwindet das feine Mädchen. Was dabei rauskommt, gilt es selbst rauszufinden.

`Everybody different Lo. Jude’s Jude and I’m me and you’re you however you are. That’s how it is that’s all so don’t let em break you for it‘ Iz said. `Long as there’s hearting there’s loving whoever’s heart’s involved.‘Jack Womack
So liebe Menschen, bleibt gesund, warm angezogen und lasst euch nicht ärgern. Wir hören von einander!
Das Bild ganz oben stammt aus Otoyomegatari von Mori Kaoru

DUDE!

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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