Review: In the Vanishers Palace von Aliette de Bodard

In Bücher zum Lesenby LeleLeave a Comment

In The Vanishers Palace von Aliette de Bodard erzählt eine ziemlich gute Liebesgeschichte, die in den Überresten einer von Aliens zerstörten Erde spielt. Es ist eine Art von „Die Schöne und das Biest“, postapokalyptisch und mit Drachen.

Vor Jahrzehten kamen die „Vanishers“ auf die Erde, sie heißen so, weil sie nachdem sie mit Bevölkerung, Natur und allem anderen experimentiert haben, wieder verschwunden sind. Sie haben eine zerstörte Erde voller Gefahren, Viren und unangenehmen Gesellschaften hinterlassen. Yên ist die Tochter einer Heilerin, sie ist eine gescheiterte Gelehrte und verdient sich ihre Daseinsberechtigung im Dorf damit, dass sie ihre Mutter unterstützt und den Kindern im Dorf Lesen und Schreiben beibringt. Um eine besonders schwierige Heilung durchzuführen ruft ihre Mutter Vu Côn, eine der letzten noch auf der Erde wandelnden Drachen, zur Hilfe. Yên wird an den Drachen gegeben, um für die Heilung zu bezahlen. Entgegen ihrer Erwartung wird sie weder gefressen noch gefoltert, sie soll die Kinder des Drachens unterrichten.

Von hier aus entwickelt sich eine vorsichtige Liebesgeschichte, die sich bewundernswerter Weise auf ehrliche Art und Weise mit dem vorhandenen Machtgefälle auseinandersetzt. Und dann sind da noch die Kinder von Vu Côn, Zwillinge, die vielleicht mehr sind, als vermutet. All das in einem „Schloss“, dass sich vielleicht als Hogwarts hoch 75 mit Horrorelementen beschreiben lässt. Türen sind mal vertikal, mal horizontal, Entfernungen relativ und generell scheint es das ehemalige Zuhause der Vanisher mit der Realität nicht so genau zu nehmen.

Aliette de Bodard hat mit In The Vanishers Palace ein beeindruckendes Buch geschrieben. Es steht mit beiden Beinen fest in vietnamesischer Kultur. Ein Faktor, den ich bei Fantasy bisher nur in einem anderen Buch von Bodard gefunden habe. Es ist erfrischend nicht-westliche Fantasy zu lesen. Die Beziehung zwischen Yên und Vu Côn ist sicher beschrieben und behandelt die Fragen, die „Die Schöne und das Biest“ mit sich bringt, mit Respekt. Anders als bei Naomi Noviks Uprooted beispielsweise ist es ein Faktor, dass Yên Bedienstete ist.

De Bodard hat ein Art Dinge zu beschreiben die blumig ist, aber nicht zu ausschweifend. Die ist nicht blumig und vielseitig um blumig zu sein, sondern weil es passt. Blumig ist sicherlich nicht das richtige Wort. Umfassend und eindrücklich sind passender. Trotz der beeindruckenden Beschreibungen des Schlosses, der Drachen und der Situationen in denen sich Yên wiederfindet, hat das Buch keine unnötigen Längen. Es ist genau so sehr richtig, wie es ist.

Ich habe mir das Buch gekauft. Es dauert rund zwei Wochen bis es da ist, wenn ihr es bestellt, ich empfehle daher eher ein eBook. Das dürfte preiswerter und schneller gehen.

About the Author

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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