Review: Skyward von Brandon Sanderson

In Bücher zum Lesenby LeleLeave a Comment

Skyward ist der erste Teile einer Young Adult ScieFi Reihe von Brandon Sanderson (Mistborn, Stormlight Archive). Es ist ein actiongeladenes Abenteuer, in dem sich die letzten Überreste einer menschlichen Zivilisation atemberaubende Kämpfe im Himmel eines Planeten liefern.

Vor einiger Zeit sind diese Menschen notgetrieben auf Detrius gelandet. In der Bruchlandung wurde ein Großteil ihrer Technologien zerstört und sie zogen sich in das Planeteninnere zurück, wo sie seitdem in Höhlen leben. Die Menschen sind stetigen Angriffen durch die Krell ausgesetzt. Diese Aliens scheinen es eher darauf abgesehen zu haben, die Population der Menschen klein zu halten, als sie komplett auszulöschen. Kämpfe mit den Krell werden mit Fliegern zwischen der Oberfläche von Detrius und einer Art Schutzschild aus Geröll, welches den Planeten umgibt, ausgetragen. Pilot*in zu sein ist die größte Ehre, die einem Bewohner von Detrius zukommen kann.

Spensas Vater ist unter allen Piloten vielleicht der berühmteste. Sie ist die Tochter eines Deserteurs, der seine Einheit im entscheidenen Moment verließ und mit seinen Taten Spensas Leben definitiv nicht leichter gemacht hat. Sie wird generell als Feigling beschimpft und dieser Ruf droht ihr gleichermaßen den Zugang zur Flugakademie zu versperren. Trotzdem ist es ihr absoluter Traum nicht nur ihre Gegner*innen zu zerstören, sondern auch zu fliegen. Mit ein bisschen Glück, Durchhaltevermögen und der Hilfe eines alten Kollegen ihres Vaters schafft sie es dennoch, die Ausbildung zu beginnen.

Die Menschen, die sich als „Defiant“ (trotzig) bezeichnen und diesen Namen für sich als Gruppe angenommen haben, sind auf dem absteigenden Ast. Ihnen gehen die Piloten aus, die von der führenden Generälin Judy „Ironsides“ immer früher in den Kampf geschickt werden. Gleichermaßen verlieren sie immer mehr der wenigen Flieger, die sie besitzen. Spensas Gruppe von neun Mitschüler*innen wird schneller reduziert als erwartet.

Während ihrer Ausbildung is Spensa gezwungen in einer nahen Höhle zu leben, da ihr ein Aufenthalt auf der Basis verwehrt wird. Hier findet sie ein mysteriöses abgestürztes Raumschiff, das von einer KI bewohnt wird. Sie überlegt die KI Murderbot zu nennen, entscheidet sich jedoch für M-Bot. Zusammen mit einem Freund repariert sie das Schiff, in dem Wissen, dass Ironside sie nie als tatsächliche Pilotin arbeiten lassen wird.

Skyward ist oft gefangen in den vermeidlichen Regeln der Young Adult Literatur. Spensa ist dickköpfig, krass und ganz und gar nicht gesellschaftsfähig. Sie hat außerdem außergewöhnliche Fähigkeiten und ist eventuell besser in ihrem Job als alle anderen. Sie hat einen Mentor, der das Gute in ihr sieht und der, überraschender Weise, tatsächlich mit ihr redet. Cobb erklärt ihr Dinge, für die Dumbledore sechs Bücher gebraucht hat. Spensa hat einen lustigen Sidekick in M-Bot und eine Art Haustier. Sie lebt in einer repressiven und totalitären Gesellschaft, die den Krieg über alles andere stellt und in der eine klare Teilung nach Klasse herrscht.

Anders als andere Held*innen solcher Geschichten geht sie in dieser Verherrlichung von Gewalt vollkommen auf. Ihr Drang nach Anerkennung ist so groß, dass sie bis zu einem gewissen Punkt keine wirklich sympathische Person ist. Zum Glück ist sie umgeben von eine angenehm vielfältigen Gruppe Mitschüler*innen. Diese zeigen ihr mal mehr und mal weniger subtil, dass es anders geht und, dass sie nicht die einzige ist, die in ihrer Klasse und Situation gefangen ist.

Skyward liest sich wunderbar weg. Auch wenn Spensa teilweise etwas doll ist, so lag mir ihr Schicksal doch schnell am Herzen. Dazu kommen die spannenden Kämpfe in der Luft, das generelle Dilemma der Menschen unter der Erde und die anderen Charaktere mit denen Spensa in die Luft steigt. Brandon Sanderson beweist einmal mehr, dass er dicke Bücher schreiben kann, die bis zum Ende ihre Spannung halten. Vielleicht hätte er sich ein paar weniger Klischees bedienen können, um die Bewohner von Detrius zu beschreiben. Das Ende geht fix und ist etwas sanfter als erwartet.

Wer Lust hat auf gute Unterhaltung, spannende Kämpfe in der Luft und die eine oder andere berechtigte Frage über das Verhalten der Menschen, sollte sich Skyward mal anschauen. Es lohnt sich.

Ich habe ein Leseexemplar von Skyward gelesen. Das Buch ist bereits erschienen, ein gewisses Kulturkaufhaus hat es auch vorrätig. Ansonsten sollte euch der Buchladen eures Vertrauens innerhalb von zwei Wochen beliefern können.

About the Author

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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