Caring – WEEKLY PLANET #112

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Hallo aus dem Baumhaus. Sofas sind gemütlich, heute wurde ein guter Falafel entdeckt und kommende Woche ist die ANIMEX und die übt aus der Ferne Druck aus. Ich werde da am Sonntag für Dussmann Manga verkaufen. Kommt bloß nicht, die Tickets für die Messe sind unmenschlich teuer. Wenn doch, dann sagt „Hallo!“.

Heute gibt es eine Besprechung für ein tolles Fantasy Buch und die übliche Sammlung von Links zu gutem Lesestoff. Viel Spaß!

DRAGONS EAT EVERYTHING UPDATE

  • im 37. NERD FEUILLETON geht es um Medien die „dumm“ sind, Trailer für Filme, die vielleicht in diese Kategorie gehören und Anime. Die Schnittmenge ist beachtlich.
  • Ein Interview mit Bite the Bullet aus Dänemark. Feinste Menschen, die davon sprechen Dinge zu tun, die sie herausfordern.
  • Playlist für die 167. Sendung ALL YOU CAN EAT.
The Raven Tower, duh

The Raven Tower von Ann Leckie

The Raven Tower ist ein kurioses Buch. Ann Leckie hat bisher nur Science Fiction geschrieben. Da ging es um intergalaktische Konflikte, Fragen von Persönlichkeit und große Raumschiffe, die plötzlich Personen sind. Ebenso wie in ihren Bücher im Weltraum, in denen sie viel mit Pronomen gemacht hat, spielt die Sprache auch in diesem Buch eine große Rolle.

Das Buch dreht sich um Eolo. Er ist als Berater von Mawat, dem Nachfolger eines lokalen Herrschers, tätig. Besagter lokaler Herrscher steht in direkter Verbindung zu einem Gott, dem Raben. Die beiden kommunizieren über einen tatsächlichen Raben, das „Instrument“. Wenn dieses stirbt, muss sich die Person, die mit dem Raben kommunizieren konnte das Leben nehmen. Nun ist Mawats Vater verschwunden, ohne sich für den Gott zu opfern. Eine Tatsache, die Mawat zutiefst erschüttert und die er konstant in Frage stellt. Eolo findet sich in der Rolle eines Detektivs wieder, der versucht aufzuklären, was genau vorgefallen ist, um seinem Herren zu helfen.

Diese gesamte Geschichte wird Eolo erzählt, was für eine interessante Perspektive sorgt. Erzähler ist ein anderer, sehr alter Gott, der einem Stein innewohnt. Dieser erzählt Eolo nicht nur, die besagte Geschichte, sondern auch seine eigene. Er beschreibt wie die Kräfte, der in dieser Welt ansässigen Götter, funktionieren. Wie sie Sprache nutzen um Dinge geschehen zu lassen. Er erzählt immer nur in Form von, „ich habe gehört, dass“ oder „man sagt, dass“, da er als Gott in der Lage wäre, mit einfachen Worten etwas geschehen zu lassen oder ganz grundlegend zu erschaffen. Etwas wirklich werden zu lassen kostet einen Gott Kraft und mehr Kraft bekommt ein Gott beispielsweise durch Gebete oder Opfergaben. Daher die Aufgabe des Herrschers sich zu opfern, wenn das Instrument stirbt. Es gibt dem Raben Kraft.

Leckies Umgang und Diskurs um Sprache in diesem Buch ist faszinierend. Sei es die Vorsicht in der Verwendung von Redewendungen oder ganz grundlegend die Art und Weise wie die Charaktere kommunizieren. Der Gott im Stein lernt seine eigenen Gedanken in Sprache zu fassen und darauf hin die Konsequenzen seiner Aussprachen. Leckie schafft es diese Welt lebendig und sehr umfassend zu machen. Hier vertrauen Menschen in ihrem Alltag auf die Hilfe diverser Götter. Sie machen sich um gewisse Dinge keine Sorgen mehr, da sie in den einen oder anderen Gott vertrauen, der sie beispielsweise vor schlechtem Wetter oder einer Seuche beschützt. Auch an diesem Punkt ist viel Raum für Konflikte.

Ich habe The Raven Tower mit einer großen Pause gelesen. Beim ersten Mal war es nicht das richtige. Das Buch braucht eine Weile, um Fahrt aufzunehmen. Der zweite Versuch war dann aber der richtige und wurde von einem fantastischen Ende belohnt. Das Buch ist hiermit klar empfohlen, wenn Mensch Interesse an Fantasy hat, die weder große Schlachten noch epische Heldensagen enthält. Es ist eine sehr lokale, eher ruhige Geschichte, die sich mehr mit den Schicksalen einzelner beschäftigt, als mit der Rettung einer Welt. Und das ist mal was anderes.

Ich habe eine Leseexemplar gelesen. Das Buch ist inzwischen als Taschenbuch erschienen. Wenn ich diese Besprechung so lese, fällt mir auf wie holprig ich gegenüber Ann Leckie schreibe. Kein Wunder.

Sabine Lepsius Selbstbildnis (1885)

Links und wieder Links

  • Craig Mod schreibt über den „Vertrag“, den wir mit einem Buch schließen gegenüber dem, den wir mit Sozialen Medien vereinbaren müssen.
  • ein langes und umfassendes, wenn auch altes, Interview mit Ursula Le Guin
  • Tipps für das Einkaufen in 2nd Hand Buchläden
  • Operation Luigi: ein unglaublich unterhaltsamer Bericht über eine Frau die ihre beste Freundin (mit Erlaubnis) hackt.
  • Anne Helen schreibt im Groben über Burnout und Rücksicht auf andere Menschen und im Detail über uber, Kalifornisches Gesetz und die Idee etwas weniger zu haben, damit andere etwas mehr haben.

If you’re actually serious about treating burnout —yours, your partners, your future children’s —you have to be serious about treating it for people you might not even know. If you want to actually make life better, more livable, less of a slog for yourself, that involves making it better for a whole lot of other people as well. For that, you don’t need a self-help book with an asterisk in the title to blunt the profanity. You don’t need a better organizational app. You just need to legitimately and actionably care about other people.

  • Patricia Lockwood seziert John Updike. Auch wenn Mensch noch nie etwas von Updike gelesen haben sollte, dieser Essay von Lockwood ist ein Meisterwerk.
  • HongKong Protest Kunst von Frauen
  • The Atlantic über das neue Buch von Malcolm Gladwell

Gladwell often builds his arguments from other peoples’ sketchy statistical manipulations and the far-fetched results he’s managed to cull from social-science journals. The data, taken uncritically, served to buttress anecdotes that were intended to dramatize some general truth about the human animal. What’s new in /Talking to Strangers/is that Gladwell doesn’t use these bits of pseudo-science to point to any larger lessons. It seems he’s no longer trying to explain much of anything. By book’s end, the best he can do is counsel a sense of realism about what we can and cannot know—a kind of epistemological modesty.

ouch

  • Lyta Gold schreibt über den Joker Film, Narrative, die sich wiederholen und über den Status Quo. Faszinierender Artikel über den es sich gut streiten lässt.

Outro

PSA: Chihayafuru kehrt am 22.10. zurück. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde ich wäre nicht voller Vorfreude. Was ist das? Ein Anime über Gedichte, Wettkampf, Liebe und Freundschaft. ICH FREUE MICH!

Davon abgesehen nimmt alles seinen Lauf. Die Uni ist die Uni. Gönnt euch was und lasst euch nicht ärgern. Bis bald.

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