Weekly Planet am 17.02.2018 – So viel zu tun…

In Weekly Planet by LeleLeave a Comment

Ich sitze in der wunderschönen Bibliothek in Schöneweide, wow, alles ist aus Holz, hell und hier ist viel Platz. Kann ich sie kopieren und in den Schönhauser Allee Arcaden einfügen? Mein Kopfhörereingang am Laptop macht Geräusche ohne, dass Musik an ist, nach sieben Jahren täglicher Nutzung erscheint das irgendwo zwischen okay und beschissen. Da muss die Musik nur laut genug sein, um das zu verdecken. Deshalb entdecke ich die Nine Inch Nails gerade neu. Gleichzeitig schleicht sich eine Erkältung unter meine Nase und drückt auf meine Augen. Es ist Zeit für den Weekly Planet, bereit?

Erster Teil

In einer Untersuchung hat das Southern Poverty Law Center festgestellt, dass amerikanische Schulen nicht sehr gut darin sind ihre Schüler*innen über die Geschichte des eigenen Landes reflektiert zu unterrichten. Das bisschen Wissen was ich in die Richtung habe dem fantastischen Seeing White Podcast zu verdanken. Wenn ich mich an mein Austauschjahr erinnere, dann sind Details bezüglich Sklaverei, Bürgerkrieg und dergleichen sehr verwaschen. Kein Wunder, Melinda D. Anderson fasst die Sache für The Atlantic sehr gut zusammen und dieses Zitat möchte ich ans Herz legen.

Only slightly more than half (52 percent) teach their students about slavery’s legal roots in the nation’s founding documents, while just 53 percent emphasize the extent of slavery outside of the antebellum South. And 54 percent teach the continuing legacy of slavery in today’s society. via

Bleiben wir in der generellen Richtung. In Kanada wurde vor kurzem ein Mann freigesprochen, der Colten Boushie, 22 Jahre alt und Teil der Red Pheasant First Nation, erschossen hatte. Eine komplett weiße Jury fand den Täter unschuldig. Nebenan, in den USA, ist gerade ein weiteres Fass übergelaufen. Es ist abscheulich, dass Menschen mit sowas davonkommen. Grund für meine Auseinandersetzung mit der Sache ist ein Artikel von Robert Jago über die Angst vor den „Indianern“. Ich schätze wir vergessen schnell, dass Kanada eine ebenso düstere Geschichte hat wie die USA. In dem Artikel wird auch Jordan B. Peters zitiert. Im Guardian gibt es ein Portrait, das mich nachdenklich macht. Das Buch steht überall, wird wie wild gekauft und ist ein absoluter Bestseller. Der Mann sagt abscheuliche Dinge. Hier, aus dem Guardian Artikel:

“The idea that women were oppressed throughout history is an appalling theory.” Islamophobia is “a word created by fascists and used by cowards to manipulate morons”. White privilege is “a Marxist lie”. Believing that gender identity is subjective is “as bad as claiming that the world is flat”. via

Anscheinend sagt er genau das was weiße Männer gerne hören wollen. Und er verpackt es in einer Art von kühler, seriös scheinender Pseudo-Wissenschaft, die klar und logisch erscheinen mag, bis Mensch eine Minute darüber nachdenkt. Ich bin erst durch einen FAZ Artikel auf die Sache gestoßen, aber linken kann ich den nicht sinnvoll. Yay Paywall! Was dagegen tun? Stutenbiss schauen? Wäre ein Start. Ansonsten kann ich die Artikel empfehlen die Laurie Penny vor kurzem für Longreads verfasst hat. Hier wird sich effektiv und umfassend mit aktueller Literatur zum Thema Feminismus und Macht auseinandergesetzt. Am Ende empfehle ich eine Minute Nachdenkzeit.

Zweiter Teil

Ein faszinierendes Interview mit Erykah Badu, dass interessante Fragen zu Objektivität aufstellt. Der Prozess hinter dem Drehbuch zu Arrival war steinig und ist inspirierend. Hier wird erzählt wie Frauen die italienische Mafia kleinbekamen. Vielleicht sollten Mütter mit ihren Kindern nicht zum neuen Fifty Shades Film gehen, auch wenn Kinder unter fünf Jahren kostenlos reinkommen? Die Medizinische Wissenschaft unterstützt zunehmend die Aussage, dass Trans-Frauen Frauen sind und Trans-Männer Männer. Ein Blog, der auch nach 20 Jahren noch stark bleibt. Hier sind ein Einblick in Reddit und Beziehungsberatung, sowie ein Rückblick auf die Beziehung zu einer Frau, die mal eine Drogendealerin im großen Stil werden sollte. Dieser Style Guide bezüglich Artikel über reiche Menschen ist sehr aufschlussreich und ihm ist 100%ig Folge zu leisten. Er hilft dabei Dinge öfter zu hinterfragen, denn es ist bestimmt nicht Elon Musk der das Auto ins Weltall geschossen hat, es sind seine Ingenieure. Und wenn Mr. Musk wirklich ein so guter Mensch wäre, dann würde er sein Geld benutzen, um Menschen tatsächlich Gutes zu tun und nicht um einen weiteren Weg Geld zu machen zu erschließen. Um das apokalyptische Denkmuster zu pflegen kann danach dieser etwas längere Artikel gelesen werden, in dem beschrieben wird, wie die Superreichen planen den nuklearen Winter (den sie selbst herbeiführen) in Neuseeland zu überstehen. Beim letzten Mal ging es kurz um Alexa und ihre Aussage eine „Feministin“ zu sein. Sexbots seien die Zukunft sagen die einen, die anderen setzen sich weiter konstruktiv mit Bias und tatsächlicher Zukunft auseinander. Wenn wir tatsächlich als Gesellschaft wachsen wollen, dann ist der einfach Weg bestimmt nicht der richtige.

What men expect from sex robots seems not much different than what men have expected from women since the dawn of patriarchy: sexual availability and fulfillment, emotional labor, ego stroking, and the feigning of interest without any reciprocation. What men want is everything they demand from women, without any of the effort or care required in an actual human relationship. via

Aber was weiß ich schon? Nichts. Also ist lernen angesagt. Zum Beispiel von einem Autoren, der als „Writer in Residence“, für eine Weile in einer Unterkunft für Obdachlose gelebt hat. Oder von einem Politiker, der eine logische Herangehensweise an die Zukunft zu haben scheint.

Rückblick

Ich glaube hiermit ist meine Liste durch. Ein kurzer Blick noch auf die Dinge die wir von Dragons Eat Everything in letzter Zeit so verzapft haben. Im 56. Ninja Pirate Podcast ging es unter anderem um Deepfakes. Und im 55. haben wir uns intensiv über Nintendo Labo unterhalten. Ich möchte außerdem noch einmal auf die aktuellste Stutenbiss Folge hinweisen und daran erinnern, dass die aktuellste All You Can Eat Folge immer noch in der ALEX Mediathek zu finden ist. Das Foto ganz oben ist anscheinend von André Kertész

About the Author

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

Leave a Comment