WEEKLY PLANET #61 – DOWN AMONG THE STICKS AND BONES

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Willkommen zu einem weiteren WEEKLY PLANET! Heute mit einer Menge Lesezeichen und einer etwas anderen Review zu Down Among The Sticks and Bones von Seanan McGuire. Genießt die Ruhe, die nur entsteht, wenn Deutschland ein Fußballspiel verliert. Hat was.

DRAGONS EAT EVERYTHING UPDATE

Im NERD FEUILLETON #4 haben Maurice und ich über die E3 gesprochen. Ein Podcast für Menschen die Bock auf Videospiele haben. Alle anderen sind gerne eingeladen, aber ihr wurdet gewarnt. Anh hat Christian Friedel, Frontmann von Woods of Birnam, interviewt.
Wir saßen heute zusammen und haben die Zukunft unseres kleinen Unterfangens besprochen. Es war gut. Spannung und Vorfreude sind erlaubt.

via Claude

Eine Ladung Lesezeichen

via Carey

Dienstag im Zug aus Golm

Twin sisters Jack and Jill were seventeen when they found their way home and were packed off to Eleanor West’s Home for Wayward Children.
This is the story of what happened first…
Jacqueline was her mother’s perfect daughter—polite and quiet, always dressed as a princess. If her mother was sometimes a little strict, it’s because crafting the perfect daughter takes discipline.
Jillian was her father’s perfect daughter—adventurous, thrill-seeking, and a bit of a tom-boy. He really would have preferred a son, but you work with what you’ve got.
They were five when they learned that grown-ups can’t be trusted.
They were twelve when they walked down the impossible staircase and discovered that the pretense of love can never be enough to prepare you a life filled with magic in a land filled with mad scientists and death and choices.

Ich lese gerade mein Buch nicht weiter, weil ich Angst um die Charaktere habe. Ich kenne ihr Ende, es handelt sich um eine Art Prequel. Ich weiß wie es danach weitergehen wird, was die beiden erwartet und wie sie damit umgehen werden. Ich kann mir denken, was ihnen in dieser spezifischen Geschichte widerfahren wird. Dennoch und vielleicht gerade deshalb mag ich gerade nicht weiter lesen. In diesem Moment geht es ihnen nicht sonderlich gut, es sind immer noch Zwillinge, die durch eine Tür gegangen sind. Sie sind ganz im Stile Narnias in eine andere Welt geraten und haben hier ein neues Zuhause gefunden. Sie sind in so jungen Jahren in das Moor gelangt, dass es effektiv ihr Zuhause ist. Für die beiden gibt es keine „normale“ Welt mehr, die anders als die ihre sein könnte. Das Leben mit Vampiren oder Werwölfen im fernen Wald ist ihre Normalität. Wer kann schon „normal“ zur Schule gehen, wenn Menschen ganz im Stile Frankensteins mit Blitzen wiederbelebt werden und danach noch nicht einmal Zeichen von Verfall zeigen? Wer würde es wollen? Diese beiden armen Mädchen sicherlich nicht. Kinder, die geboren wurden, damit ihre Eltern sie formen konnten, die kaum über das Statussymbol hinaus Bedeutung für irgendjemanden hatten. Hier sind sie akzeptiert, zu Hause. Und doch muss das Ganze düster enden. Das verraten Cover, das vorangegangene Buch und die Gewissheit, dass das Leben mit einem Vampir in einer solchen Geschichte ganz bestimmt kein gutes Ende haben kann. Ich schätze es ist ein Qualitätsbeweis, wenn eine Novelle mich so fasziniert und bewegt. Und das trotz der Tatsache, dass sich Seanan McGuire oft und gerne wiederholt, Dinge doppelt betont und gut und gerne ein paar Beschreibungen hätte weglassen können. Ob ich ähnliches fühlen würde, wenn sie es getan hätte? Oder wäre es dann wie Void Black Shadow? Ein Buch, dass mich kaum fühlen ließ, weil der Sieg immer sicher war? In zwanzig Minuten bin ich da. Die letzten Seiten sollten zu schaffen sein.

Danach / Review: Down Among the Sticks and Bones von Seanan McGuire

Im zweiten Teil dieser Serie aus Novellen über Kinder, die durch Türen in andere Welten entschwinden und danach zurückkehren, geht es viel um Kinder als Statussymbol.

This, you see, is the true danger of children: they are ambushes, each and every one of them. A person may look at someone else’s child and see only the surface, the shiny shoes or the perfect curls. They do not see the tears and the tantrums, the late nights, the sleepless hours, the worry. They do not even see the love, not really.

Jack und Jill sind wie Knete, die ihre Eltern formen wollen. Der Anfang des Buches ist in vielerlei Hinsicht nicht leicht zu lesen. Ich habe oben schon was dazu geschrieben. Den beiden bleibt in ihrer Kindheit kaum ein Leid erspart, auch wenn es nie zu tatsächlicher physischer Gewalt kommt. Alles was passiert ist psychisch und kaum weniger schlimm. Der „Ausflug“ in die andere Welt, das Moor, ist Erlösung und Fluch zugleich.
Ein weiteres Mal zeichnet McGuire ein realistisch erscheinendes Bild von Kindern die durch besagte Tür gehen und sich selbst finden. Die endlich so sein dürfen, wie sie wollen. Das Buch ist wunderschön, tragisch, sicherlich voller Wahrheiten und doch eine Freude. Leicht verdaulich ist es nicht.

It can be easy, in the end, to forget that children are people, and that people will do what people will do, the consequences be damned.

Noch eins…

Da ich heute so mit Zitaten um mich werfe. Hier ist Ursula Le Guin aus Words are my Matter:

Nobody can do anything very much, really, alone.
What a child needs, what we all need, is to find some other people who have imagined life along lines that make sense to us and allow some freedom, and listen to them. Not hear passively, but listen.
Listening is an act of community, which takes space, time, and silence.
Reading is a means of listening.

Somit eine allerfeinste Woche euch! Lasst es ruhig ungewohnt sein und lehnt euch zurück. Lest ein gutes Buch, schaut eine positive Serie und genießt den Frieden. Nächstes Wochenende ist Comicinvasion, daher wird es keinen WEEKLY PLANET von mir geben.
Übrigens, wenn ihr Menschen kennt, denen das hier Newsletter gefallen könnte. ODer wenn das auf euch zutreffen könnte. Leitet das hier gerne weiter oder gebt ihnen diesen Link hier. Ich wäre sehr dankbar! <3

About the Author

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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