WEEKLY PLANET #69 – DREADFUL COMPANY IN SHEETS

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Gestern habe ich einen Schnuller ganze fünf Meter weit gespuckt. Darauf kann ich schon Mal stolz sein denke ich. Oder etwa nicht? Das hier ist der WEEKLY PLANET #69, es wird noch merkwürdiger.

DRAGONS EAT EVERYTHING UPDATE

Wir haben heute zusammengesessen und mal wieder geplant was so ansteht. Das Frühstück im Milch & Zucker ist ganz nice. Danach haben Maurice und ich an der Website gebastelt, also er hat was gemacht und ich habe stilvolle Kommentare abgegeben. Im aktuellen NINJA PIRATE BROADCAST haben wir viel über Nanette gesprochen, ein faszinierendes Comedy Special via Netflix. Das Interview mit Annika, der Bookerin vom Dockville Festival möchte ich euch ans Herz legen. Anh macht das Festival übrigens diese Woche unsicher: Bands posen mit ihr und andersherum.

EINE SOLCHE WOCHE

Ich habe vieles gelernt in dieser Woche. Ich habe mit SPSS gekämpft und fange an mich mit Statistik anzufreunden. Am Montag konnten Gulfer ihr Konzert leider nicht spielen, dafür habe ich bei Larry and his Flask geschwitzt. Letztere bringen im Oktober ein neues Album raus. Das wird gut.
Wenn ich nicht nur Zahlen sehe, dann verderbe ich mein Weltbild mit Hilfe von einem Buch über Tränengas.

„Instead of being seen as a form of physiological and psychological torture, tear gas became rhetorically cemented in much of the public imagination as the humanitarian alternative to live ammunition.“

Anna Feigenbaum hat eine beeindruckende Historie über diese „war gases for peace time use“ geschrieben. Für eine andere Sorte Politik möchte ich den SoziPod empfehlen, nicht nur weil ich den Pepper mag, sondern auch weil der Podcast oft das Vertrauen in gewisse Teile von Politik wiederherstellt, den Bücher wie Tear Gas zerpflücken. Am Ende der Woche sind die Burritos bei Machete immer noch sehr gut.

REVIEW: DREADFUL COMPANY VON VIVIAN SHAW

Ich schätze manche Bücher sind ein Event. Martins Winds of Winter zum Beispiel. Andere Bücher sind ein persönliches Event, sie wurden irgendwann angekündigt, setzten eine tolle Geschichte fort und hätten eigentlich am 31. Juli am Laden stehen sollen. Dreadful Company hat sich eine Woche länger Zeit gelassen und mich vorher unbekannt Zustände durchstehen lassen. Dann war das Buch da und es war großartig.

Dr. Greta Helsing ist Ärztin für nicht-menschliche Wesen. Sie verarztet Ghule, Banshees oder Vampire und ist Meisterin ihres Fachs. So kommt es, dass sie kurzfristig zu einer Tagung nach Paris fährt, um einen Vortrag zu einem passenden Thema (ich hab vergessen was es genau war) zu halten. In Paris wird sie Opfer einer alten Fehde und von einer Gruppe Vampire entführt. Diese „fucking edgelords“ (halbwegs direktes Zitat) baden in Glitzer und missachten die Regeln, die das Leben von Vampiren unter den Menschen ermöglichen. Sie sind großartig für die Lesenden und bedrohlich für alle anderen inklusive sie selbst.

Greta muss gerettet werden und ist trotzdem keine „Damsel in Distress“. Dreadful Company ist wundervolles Sommerfutter. Leicht, familiär, cool wenn es sein muss und spannend. Nach dem ersten Buch lässt sich ein leichtes Muster erkennen, aber die Dialoge, Gretas Beschreibungen der Vampire und die durchdachte Welt retten davor in Gleichgültigkeit zu verfallen. Hier geht es um Konsens in Bezug auf Vampire und das Vampirwerden. Da gibt es kleine historische Infos über Paris und dort versucht ein Viktor Menschen wieder zum Leben zu erwecken.

Vivian Shaw hatte definitiv großen Spaß dabei dieses Buch zu schreiben und hat mich als treuen Fan gewonnen. Für das kommende Abenteuer, in einem Spa für Mumien, wünsche ich mir etwas Abwechslung im groben Plot, ein anderes Schema. Wenn ich das bekomme und weiterhin einen Blink in das Leben von Greta, Varney, Ruthven und Kolleg*innen werfen darf, dann bin ich noch glücklicher als mich dieses Buch eh schon gemacht hat.

Ich habe mir Dreadful Company gekauft. Das Buch sollte im Buchladen des Vertrauens vorhanden sein oder dürfte zwei Wochen brauchen, bis es ankommt.

LESEZEICHEN

I set out to find the answer, and what I found surprised me. We consumers are not the only ones afflicted with this selective blindness. The corporations that make use of supply chains experience it too. And this partial sight, erected on a massive scale, is what makes global capitalism possible.

“Location independence is only possible because of communication infrastructures built with public funds. Low-cost destinations exist because rich countries looted and plundered the rest of the world for centuries through colonialism and unequal trade relationships. The privilege of even considering digital nomadism is a result of legal structures and high-quality public services funded through the wealth generated by centuries of global dominance.”

“We need to let children know that they belong in this world,” she says. “You can’t wait to tell them that until after they grow up or the damage will be done. You have to tell them while they’re still children that they deserve love and that they deserve support and that people will be excited to hear their story. When you don’t show any children stories about LGBTQIA characters and then they grow up, they’re not going to tell their own stories because they’re gonna think that they’re inappropriate and they’re going to have a very good reason to think that because they’ve been told that through their entire childhood.”

REVIEW: SHEETS VON BRENNA THUMMLER

Sheets ist ein wundervoller, kurzweiliger Comic für junge Erwachsene. Marjorie kümmert sich nach dem Tod ihrer Mutter nach der Schule um den Waschsalon. Inklusive nerviger Kund*innen und einem gruseligen schnurrbärtigen Schleimsack, der ihr den Laden abluchsen möchte. Marjories Vater ist momentan keine große Hilfe und sie ist ziemlich allein.

Wendell ist ein Geist und kommt nicht ganz an in der Welt der Geister. Er erzählt lieber fantastische Geschichten über seinen Tod, als sich mit der Wahrheit auseinander zu setzten. Auf der Suche nach sich selbst nimmt er den Zug in die Welt der Lebenden und landet im Waschsalon. Hier richtet das Laken mit zwei Löchern für die Augen ordentlichen Schaden an.

Die beiden lernen sich kennen, Freundschaft steht vor der Tür und drückt auf die Klingel. Vorher gilt es noch nervige Mitschüler*innen, besagten Schleimsack und Farbe am falschen Ort zu überstehen. _Sheets_ macht auf eine seichte Art und Weise Spaß, die sich gut anfühlt, Wärme verbreitet und nicht zuletzt wegen der fantastischen Ilustrationen hängen bleibt.

Mit viel Blick für Details, warmen Farben und großartigen Hintergründen zaubert Brenna Thummler eine Kleinstadt auf die Seiten, in der ich auch wohnen würde. Die Geister illustriert sie auf wundersam realistische und nahe Art und Weise und schafft dadurch eine nachvollziehbare Mythologie, die für Kinder sicherlich großartig ist. Den Hinweis einer älteren Geisterdame an Wendell, in Kontakt mit Kindern so zu tun als ob seine Beine den Boden berühren würden, werde ich so bald nicht vergessen. So würden diese nämlich glauben er wäre nur ein Kind, das sich verkleide und kein Geist.

Sheets habe ich im Comicladen meines Vertrauens erworben. Ich besitze jedoch auch ein Leseexemplar, via NetGalley. Sheets ist bei Cub House erschienen. Eine Bestellung dürfte rund zwei Wochen brauchen.

JUDY IS A TANK GIRL

Heute habe ich seit langem mal wieder HALCALI gehört und sehr genossen. Bei der Gelegenheit wurden auch Shonen Knife ausgegraben, großartige Band. Während ich schreibe läuft Judy and Mary. Diese Outfits. Da tut sich eine Reise in abgefahrene Musik auf… Midori live zu erleben muss der Hammer gewesen sein.

Ganz anders und trotzdem wunderbar ist diese Sammlung alter AJJ Songs.

UND NU?

Nun wünsche ich einen feinen Abend, Gesundheit und viel Freude. Möge euch der regen verschonen und eure Pflanzen am Leben erhalten. Von diesem hier gibt es nächste Woche einen neuen. Und bis dahin lasst euch nicht ärgern!

About the Author

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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