Weekly Planet #53 – Elefanten vorm Balkon

In Bücher zum Lesen, Comics, Konzerte, Weekly Planet by PaulaLeave a Comment

Ich sitze auf dem frisch gefegten Balkon neben duftender frisch gewaschener Wäsche und singenden Vögeln. Super Frühlingstag hier in der großen Stadt. Eigentlich könnte ich ganz entspannt sein ABER….

WINNIE MANDELA IST TOD

Diese Woche ist Winnie Mandela gestorben. Die Exfrau von Nelson Mandela. Aha, dachte ich und guckte mir den Nachruf auf tageschau.de an. Laut dem war sie die Ehefrau von Nelson Mandela, eher unpolitisch bis zu seiner Verhaftung. In den 27 Jahren in Haft unterstütze sie ihn, kurze Zeit nach der Entlassung trennte sich das Ehepaar. Während Nelson Mandela eher einen moderaten Kurs einschlug, radikalisierte sich Winnie Mandela.
Soweit so gut dachte ich. Mitte der Woche stieß ich dann bei arte auf eine ausführliche Doku über Winnie Mandela. Beim schauen wurde ich immer wütender über den dürftigen Nachruf auf Tagesschau.de. Winnie Mandela war nicht nur die treue Ehefrau des großen Mannes Mandela, die sehnsüchtig zu Hause saß und auf die Freilassung wartete.. Winnie Mandela hat entscheidend zu Nelson Mandelas Ruhm beigetragen. Sie kämpfte dafür das er nicht im Gefängnis vergessen wurde, so wie es die weiße Regierung hoffte. Das weiße Regime sah auch in Winnie eine starke Feindin, bespitzelte, bekämpfte und verbannte sie. Doch Winnie Mandela gab nicht auf und trieb die Proteste gegen das Regime voran. Es gibt durchaus Fragen in Bezug auf Winnies Taten oder Beteiligungen. Doch vor allem das Apartheitsregime war unerbittlich. Demonstrationen wurden mit Feuerwaffen und Panzern niedergestreckt, Tote in der schwarzen Bevölkerung waren normal. Winnie Mandela soll in den Tod eines jungen Mannes verwickelt sein, doch eine neutrale Aufklärung gab es nie. Die Doku ist stark aus der Perspektive von Winnie Mandela und ihren Mitstreitern konzipiert. Doch im Gegensatz zum tagesschau.de Nachruf wird deutlich das diese Frau eine eigenständige Persönlichkeit ist. Mit Ideen, Idealen und Durchhaltevermögen, die gegen die Apartheid und für die Gleichberechtigung schwarzer und weißer Menschen in Südafrikas ihr Leben lang kämpfte. Während viele die Abkommen der 1990er Jahre feierten, die ohne Frage ein großer Schritt waren, blieb Winnie Mandela kritisch. In Südafrika ist schließlich immer noch nicht Gleichberechtigung für alle erreicht. Solche Menschen braucht es. Nach dieser Doku möchte ich noch mehr über diese Frau erfahren, die in einem blutigen Bürgerkrieg für ihre Ideale einstand. Denn solche Menschen braucht es, damit gewaltige Probleme wie Rassismus bewältigt werden können.

MIT DEM ELEFANTENDOKTOR IN LAOS von Oliver Kugler.

Laos wurde einst das Land der Millionen Elefanten genannt. Heute leben nur noch knapp 900 Elefanten in dem asiatischen Land. Die meisten von ihnen arbeiten im Dschungel als Holzrücker. Mit einer mobilen Klinik kümmert sich die Organisation ElefantAsia um die Arbeitselefanten.
Olivier Kuglers Reportage ist expressiv gezeichnet. Viel grün, viele Linien. Die Graphic Novel ist selbst ein Dschungel. Es wirkt als würde Kugler die schwarzen Konturen der Zeichnungen erst nachträglich einfügen. Seine Zeichnungen sind teils sehr realistisch und zeigen kleine Alltagsszenen der Arbeit der Mahuts, ihrer Elefanten und der Doktoren.

Es ist eine schöne Graphic Novel zum stöbern, auch nach mehrmaligen Lesen finden sich viele kleine Details wieder. Für mich war die Graphic Novel auch echt lehrreich. Oder habt ihr schon mal etwas von der Bomabardierung der US-Amerikaner während des Vietnamkriegs gehört ? Laos selbst verändert sich derzeit auch drastisch. Die Regierung will Laos zum Energieexpoteur machen und rodet dafür Wälder und baut Staudämme. Nicht zuletzt ist da dann auch noch die Beziehung der Mahouts zu ihren Elefanten, die sie in der Regel ein Leben lang begleiten. Da hätte ich mir jedoch noch ein bisschen mehr Einblick gewünscht.

Ähm ja. Ich habe Musik versprochen. Wie wäre es mit Digitalism? Die sind derzeit auch auf Tour. Zwinker, zwinker…

Das Beitragsbild zeigt Ostseedünden im Sommer. Im oberen Teil sind Wolken zu erkennen. Der Fotografin gelingen selten derartige Schnappschüsse, darum: genießt diesen Anblick.

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