Die mit der Adoption – Weekly Planet #83

In Uncategorized, Weekly Planetby LeleLeave a Comment

In diesem WEEKLY PLANET gibt es eine Premiere! Die gute Paula, die sonst mit mir zusammen ALL YOU CAN EAT moderiert und mit Helena zusammen STUDTENBISS gemacht hat, hat eine Kolumne geschrieben. Vielleicht (bitte, bitte) gibt es die bald öfter? Aber kein Druck hier an dieser Stelle, neeein. Es geht um Friends und Adoption. Außerdem ein paar Links und ein kleiner Comic. Let’s go!

DRAGONS EAT EVERYTHING UPDATE

Ahns Dockville Reportage ist auf der Website, ein feines Stück Radio. Wenn ich es schaffe, dann gibt es am Dienstag ihr Interview mit Superorganism.

via arlei

Lesezeichen

Ich lausche momentan dem Big Scary Monsters 2018 Sampler. BSM sind ein ziemlich cooles Label aus Oxford, sie bringen regelmäßig fantastische Bands aus den USA nach Europa. Der Sampler ist so vielfältig wie großartig.

  • „Gefährder“ werden strenger überwacht und die Polizei braucht dafür keine besonderen Befugnisse, was das genau bedeutet, das beschreibt die taz in diesem sehr guten und durchaus erschreckenden Artikel
  • Im letzten WEEKLY PLANET habe ich The Consuming Fire von John Scalzi besprochen. Hier erzählt er vom Schreibprozess, er hat das Buch in 14 Tagen geschrieben, äh getippt. Holy smokes.
  • Algernon Cadwallader ist eine super wichtige Band, zu der ich nie gefunden habe. Andere Menschen aber schon und die Art und Weise wie sie darüber reden, sorgt dafür, dass ich noch mal hinhören möchte…
  • Adult Content – Tumblr / Tumblr hat was gegen „female-presenting-nipples“, was auch immer das bedeuten mag. Dumpfbacken.
  • Bongo auf Tumblr, ein Nachruf von Vex Ashley

At 21 being “sexy” felt like it was defined by the world of mainstream porn that seemed to require a body type, presentation and level of perceived marketability that I felt excluded from as a weird, goth teenager. Finding DIY porn communities on Tumblr showed me that you didn’t have to be the cookie-cutter image of A Porn Star I had in my head. I could do things my own way, on my own terms.

via Lucie Byron

Hot Milk von Luchie

Ich habe die Comics von Lucie Bryon via ShortBox kennengelernt. Hier hat sie einen kleinen, sehr feinen Comic namens Food Baby gemacht. Hot Milk ist eine Sammlung von Tagebuch Comics und von 24-Hour Comics Day Ergebnissen. Sie sind charmant, lustig und es ist faszinierend zu beobachten wie sich ihr Zeichenstil über die Jahre verändert, klarer wird und sich ein Stil bildet, der beeindruckend und wirklich schön anzusehen ist. Sie hat nicht nur ein Gefühl für fantastische Gesichtsausdrücke, sondern auch für das richtige Timing, wenn es um Witz geht. Die Comics haben größtenteils einen humoristischen Charakter, manchmal kommt etwas Dunkelheit durch, wenn sie im Inktober ihre Ängste illustriert oder versucht den Druck ihrer Arbeit und die Suche nach einer neuen Wohnung zu balancieren. Zum Ende hin kommt eine Katze in ihr Leben und die Bandbreite an Unterhaltung wird einmal mehr größer.

Hot Milk ist eine wunderbare Sammlung von Comics, die ich jeder Person mit einem Sinn für Humor und persönliche Geschichten ans Herz legen möchte. Die Sammlung ist leider ausverkauft, eine kleine Suche auf Social Media sollte euch aber ein paar der Comics zeigen. Ansonsten verleihe ich auch vielleicht. Vielleicht!

via Lucie Byron

Der Stutenbiss des Monats

Nr.1 The One With Adoption

SPOILER-Altert!
Ich habe F*R*I*E*N*D*S komplett durchgeschaut. Unabhängig von den vielen Stunden vorm linearen Nachmittagsprogramm bei Pro Sieben war das jetzt das dritte Mal am Stück, diesmal komplett auf englisch.

Die Sitcom Friends erzählt in zehn Staffeln die Geschichten von sechs Endzwanzigern bis Mittdreißiger, die im New York der späten 1990er bis 2000er leben, lieben, sich streiten, Kinder bekommen (für sich und andere), Käsekuchen klauen und manchmal arbeiten.

Zunächst: Ich liebe diese Serie. Von der ersten Folge die ich je gesehen haben (The One with Mrs. Bing) bis heute. Ich mag den flachen Humor von Chandler, das große Herz von Joey, Monikas Liebe zum Wettbewerb, Ross Treue („We’re on a break“), Phoebes Selbstbewusstsein und Rachels Empowerment. Über all die Dinge zu schreiben, die ich toll bis fantastisch, aber auch kritisch an der Serie finde, würde hier den Rahmen sprengen. Obwohl Lele hat mir gar keine Zeichenbegrenzung genannt… Darum geht es heute nur um den Schluss dieser Sitcom.

Monica und Chandler können zusammen keine Kinder zeugen, daher bewerben sie sich für eine Adoption. Sie haben Glück und über eine Agentur wählt die junge Erica das Paar aus. Ich lasse mal beiseite, dass das Verfahren für die Sitcom stark verkürzt wurde und ich habe auch nichts gegen Adoptionen. Es ist absolut Ericas Recht, sich dagegen zu entscheiden, das Kind selber aufzuziehen. Mir geht es um die Darstellung der Adoption. Da ist auf der einen Seite das gut situierte Mittelstandspärchen aus New York, die bestimmt gute Eltern sein werden und auf der anderen Seite die junge Erica, die noch nicht mal Nachnamen oder Alter hat. Das Kind hat sie mit ihrer Highschoolliebe gezeugt. Gerade hier wird Erica als sehr naiv dargestellt, wenn erklärt wird, dass sie gar nicht weiß, ob doch ein anderer Mann der Vater ist und welche sexuellen Handlungen zur Empfängnis führen können. Von Ericas Seite aus gibt es keinen Moment des Zweifelns, auch nicht nach der Geburt. Natürlich kann das ein Schutzmechanismus sein, aber komisch wirkt es dennoch auf mich. Bei mir hat sich dieses ungute Gefühl eines „Oben und Untens“ aufgetan. Das gut gestellte mittelalte Pärchen hat die Macht und die Legitimation zur Elternschaft, Erica offenbar nicht. Es ist egal welches Ericas Gründe sind, sie werden schlichtweg nicht thematisiert. Dazu werden die Umstände der Zeugung ins Lächerliche gezogen. Zwar scheint es eine offene Adoption zu sein, aber ob sich alle Beteiligten wirklich der Tragweite der Entscheidung bewusst sind wird nicht klar. Dieses sensible Thema wird nicht angemessen aufbereitet. Dabei hat die Sitcom mit der Erzählung von Phoebes Leihmutterschaft bereits in der vierten Staffel gezeigt wie es besser geht.

Phoebe macht sich die Entscheidung nicht leicht, Leihmutter für ihre Nichte und Neffen zu werden und auch der Abschied von den Drillingen ist eine der emotionalsten Szenen der Sitcom. Zwar betont sie, dass dies „nicht die schwerste Entscheidung ist, die sie je machen musste“, aber Tränen und einen Moment der Ruhe für Phoebe und die Drillinge braucht es dennoch. In Ericas Fall werden die Kinder sofort an Monica und Chandler weitergereicht, die dann noch kurz über die Schulter rufen „We call you“ und den Raum verlassen. Vielleicht ist das in der Realität auch so, Adoptionen sind kein Spaziergang, doch ist das dann wohl ein Drama und keine Sitcom, bei der ein Studiopublikum anzeigt, das wir jetzt alle lachen müssen.

Paula ist ne coole Socke. Ihr könnt sie hier finden und ihr Arbeit geben.

via もの久保

Outro

Hat noch jemand Lust Sachen für den WEEKLY PLANET zu schreiben? Eine Wochenendzeitung ist schließlich nicht nur von einer Person geschrieben. Ich kann als Bezahlung Comics anbieten. Oder so. Let’s talk!

Ich war gerade auf einer sehr feinen Show im Lidolino. Gespielt haben Scotch & Water, Meghan Nash und The Green Apple Sea. Die drei Bands haben einzeln und zusammen gespielt und es war wirklich, wirklich wunderschön. Ich habe versucht Fotos zu machen und festgestellt, dass ich mich dafür mehr bewegen müsste. Damit tatsächlich Licht im Bild ist. Und Bewegung bedeutet, dass ich der Mensch mit der Kamera bin, der vor anderen Leuten rumhampelt um unterschiedliche Fotos zu bekommen. Ich glaube dafür fehlem mir noch sowohl Selbstbewusstsein als auch das Gefühl, dass die Fotos tatsächlich sehenswert und damit den Aufwand wert sind. Yay. Whatever. Die Show war Spitze. Vielleicht werden die Fotos ja wirklich was. Das Bild ganz oben kommt von hier.

About the Author

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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