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Weekly Planet vom 19.07.

In Weekly Planet by LeleLeave a Comment

Ich habe Twitter wieder auf mein Telefon gelassen und bin mir noch nicht sicher ob das ein Fehler war oder eine Bereicherung. Ich habe seitdem spannende Artikel gelesen, zugesehen wie ein Polizist eine obdachlose Frau verprügelt und an anderer Stelle herzhaft über gute Witze gelacht. Ich schätze mal all diese Dinge könnten runtergebrochen werden und Informationen genannt werden, eine gute Ausrede finde ich. Der Blaue Vogel ist sehr verlockend. Diese Ausgabe ist voll bis oben hin. Los gehts.

Zu der Sache mit Image habe ich bereits meinen Senf dazu gegeben. Ein schlechtes, vermeidlich bösartiges Cover, verwerfliche Inhalte und alles unter einem Pride-Banner. Das macht keinen guten Eindruck und ein Großteil der resultierenden Kritik erscheint absolut angebracht, die teilweise absurden Reaktionen auf die Kritik lassen mich aber stutzig werden. Hier spielen eine Menge Dinge zusammen und ich denke Colin Spacetwinks sagt es in seinem Twine Essay am besten:

„Image is free to not have editors, if it wants. Image is free to publish Divided States of Hysteria, if it wants. Image is free to cynically exploit queer audiences with Pride Month variants while publishing South Park level schlock commentary on society, if it wants. That doesn’t mean they get to escape criticism of all these choices.“ (Markierung durch mich)

Er schafft es sehr schlüssig darzustellen, warum Divided States of Hysteria, als Comic selbst und vom Inhalt losgelöst, wirklich kein so großer Deal ist. Die Diskussion drum herum ist wichtig, aber so über die Kritik auszurasten ist unverhältnismäßig.
Mir ist dabei noch einmal klar geworden wie viele Dinge mir nicht auffallen. Grund dafür sind wohl meine Sozialisierung und dergleichen. Transphobische Witze in Chew fallen mir nicht auf und das gilt sicherlich nicht nur für Chew, eine Serie dich ich bis zum Ende gelesen und oft und gerne empfohlen habe. Ich brauche an dieser Stelle und sicherlich auch an vielen anderen Menschen, die diese Situationen erlebt haben, die Erfahrungen haben und teilen, damit sich meine Sicht auf die Sache und mein Kontext für gewisse Dinge erweitert. Es ist ein Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Deshalb bin ich sehr dankbar für gute, umfassende Meinungen, beispielsweise zur Image Sache. Und ich denke Chaykin und alle anderen Autor* innen und Künstler* innen die überlegen Charaktere zu schreiben oder darzustellen, deren Realität sie nicht kennen würden nicht darunter leiden, sich wenigstens etwas umzuhören. Ob ich nach dieser Sache keine Comics von Image mehr lese oder irgendetwas boykottiere weiß ich nicht. Ich sehe kaum ein Menschen zu strafen, die das Vehikel Image für andere Dinge nutzen. Und ich suche für mich nach dem Mittelweg, auf dem ich immer noch Dinge genießen kann, ohne sie immer zu zerreißen. Fehler zu sehen und eine Sache trotzdem oder eingeschränkt, für andere Dinge, zu genießen, das ist meine Devise.

„Social Justice“ ist eine komplizierte Sache. Am Ende des Tages habe ich schon oft und viel über South Park gelacht, muss aber auch irgendwann feststellen, dass irgendetwas an dieser Art von Entertainment nicht okay sein kann. Wir haben vor kurzem im Ninja Pirate Podcast über Detroit: Beyond Human gesprochen und diese Anmerkungen sind absolut berechtigt. Mit anderen Augen auf eine Sache zu schauen ist eine gute und wichtige Sache für mich geworden.

Comics Beat hat öfters mal Artikel aus der Sicht von Comic-Händlern. Hier sind zwei. Beide setzten sich mit Marvel auseinander, einer mit der Hydra Sache und einer mit der Benennung von Titeln. Oben ging es um Kritik an Kunst. The Adventure Zone ist ein fantastischer Dungeons & Dragons Podcast, er soll einen Comic bekommen und Repräsentation ist ein Faktor. Wie viel Feedback ist gut und wie viel Feedback sollte angenommen werden, welches Feedback gehört in die Tonne?

Springen wir wieder zurück zu bekannten Debatten. Deutschrap hat ein Sexismusproblem schreibt die wunderbare Salwa. Bei Kotaku geht es um eine toxische Gamerkultur in Overwatch und Quinn Norton schreibt anderswo über Online und Offline Gewalt gegenüber Frauen. Gerade Teil Zwei der Reihe hat es mir angetan, Kontext ist unglaublich wichtig.

Wenn ich mir diesen Weekly Planet so anschaue, dann sehe ich klare Einflüsse. Sie kommen von Web Curious, von Ann Friedman und von den Sunday Papers. Es ist auch nicht das erste Mal, dass dieses Format hier entsteht. Food for Thought hab ich das vor Äonen genannt. Einflüsse sind wichtig und nicht zu verneinen. Anderswo sind sie jetzt komplizierter geworden. Nach der „Blurred Lines“ Entscheidung wird Künstler*innen empfohlen keine Einflüsse mehr preiszugeben. Es gibt bei dem Song nicht etwa um tatsächlich geklaute Musik oder dergleichen, es gibt um die „Vibe“, um das „Gefühl“. Absurd, tragisch und gruselig sind drei ganz passende Wörter.

 

Beenden wir diesen Abschnitt positiv. Es wird eine Serie im John Wick Universum über das „Continental“ geben. Big Hero 6 bekommt eine Serie, Frauen regieren Science Fiction und Erin K. Wilson zeichnet fantastische Poster.

Comics!

Aliens: Dead Orbit #3 (James Stokoe – Dark Horse, $3,99)
Drittes Heft, drittes Mal ausrasten, gruseln und vor Großartigkeit der Zeichnungen gegen die nächste Wand geklatscht werden. Wow.

Kill all Monsters Omnibus HC Vol.1 (Michael May, Jason Copland & Ed Brisson – Dark Horse, $24,99)
Kill all Monsters war ein Webcomic der hier inklusive über 200 neuer Seiten in einem fantabulösen Packet zusammengefasst wird. Hier werden große Monster verprügelt. Noch Fragen?

Wild Storm #6 (Warren Ellis & Jon Davis-Hunt – DC Comics, $3,99)
Wild Storm fesselt mich weiterhin mit interessanten Charakteren, sehr guten Illustrationen und spannenden Dialogen. Dinge spitzen sich zu!

Bitch Planet Triple Feature #2 (Che Grayson, Danielle Henderson, Jordan Clark, Sharon de la Cruz, Ted Brandt, Ro Stein, Naomi Franquiz & Valentine De Landro – Image Comics, $3,99)
Das erste Triple Feature war kurz, interessant und hat Spaß gemacht. Diese kurzweiligen Stories im Bitch Planet Universum bereichern die gesamte Sache und geben dem Team Zeit die große Geschichte weiterzuführen, ich bin dabei.

Generation Gone #1 (Ales Kot & Andre Araujo – Image Comics, $4,99)
Generation Gone legt ein hohes Ziel. Es heißt es gehe darum wie es wohl sei jung zu sein, in den USA, 2017. Das alles von Ales Kot, der bisher immer gute, abgefahrene Arbeit geleistet hat und Andre Araujo, der zeichnet wie Otomo. Das kann gut werden.

Moonstruck #1 (Grace Ellis, Kate Leth & Shae Beagle – Image Comics, $3,99)
Moonstruck reißt den Image Karren wieder ein wenig aus dem Dreck. Hier geht es so vielfältig zu wie es nur geht, Werwölfe und Zentauren inklusive. Der Comic sieht angenehm farbenfroh, amüsant und emotional aus.

Es gibt diese Woche außerdem Trades für Southern Cross und Backstagers. Zwei sehr unterschiedliche Serien, einmal Horror und einmal Young Adult, aber beide mindestens einen Blick wert.

So. Bald 1200 Wörter und statistisch wurden bisher ungefähr null Links von diesen Posts geklickt. Mal schauen. Nächste Woche wird kleiner, weil es Klausuren zu schreiben gibt. Bleibt wachsam, lest was gutes und denkt daran, bald geht die Welt unter. Bis dahin solltet ihr euren lokalen Comicladen unterstützen!
Das Titelbild ist aus dem Cover vom Kill All Monsters Omnibus ausgeschnitten

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AYCE #109 – Interview mit Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen

In All You Can Eat, Interviews, Podcast, Shows by LeleLeave a Comment

Paula hat Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen getroffen, um mit ihnen über ihr fantastisches viertes Album „It’s Ok To Love DLDGG“ zu sprechen. Dazu gibt es intelligente Moderationen und den ersten „All You Can Eat“-Song. Musik kommt in dieser Ausgabe von Nervling, Public Service Broadcasting, Diet Cig, Simple Minds und anderen. Nicht gepasst haben die Shredders, nächstes Mal.

Die Show

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Das Interview!
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Thrones and Dragons #1 – Saisonfarbe Schwarz

In Podcast, Thrones and Dragons by MauriceLeave a Comment

Im neuen wöchentlichen Podcast zur Sensationsserie Game of Thrones erklären euch Helena und Clemens wer alles brennen muss und warum Revenge Porn einen narativen Anspruch braucht. 7 Wochen lang. Bis zum Ende der Serie.

Im Auftakt des neuen Podcasts erfahrt Ihr außerdem alles, was ihr über die erste Folge der neuen Staffel wissen müsst.

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Thrones and Dragons #1 – Saisonfarbe Schwarz

In by MauriceLeave a Comment

Im neuen wöchentlichen Podcast zur Sensationsserie Game of Thrones erklären euch Helena und Clemens wer alles brennen muss und warum Revenge Porn einen narativen Anspruch braucht. 7 Wochen lang. Bis zum Ende der Serie.

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Ninja Pirate Podcast #40 – What is a man?

In by MauriceLeave a Comment

What is a Podcast? A miserable little pile of secrets. Wer dieses Meme kennt, der weiß auch schon worum es bei unserem 40. Ninja Pirate Podcast geht: Netflix‘ „Castlevania“ oder auch „Was macht eigentlich die Besetzung vom Hobbit heute?“. Um die Stimmung wieder etwas zu heben berichtet Clemens von „Little Witch Academia“, eine Serie die mehr bietet, als der Titel verspricht. Und wo wir schon bei Versprechungen sind: wir schauen uns die aktuell (für uns) abgefahrensten Kickstarter Projekte an. Sollte Maurice eine seiner Nieren verkaufen um ein Miniatur Dungeons and Dragons Verließ zu kaufen? Ja. Ja sollte er.

Shownotes:

Castlevania Teaser
What is a man? – Meme
Warren Ellis Newsletter
Little Witch Academia Trailer
Kickstarter: Dwarven Forge – Dungeon of Doom
Kickstarter: Harold Halibut

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Weekly Planet vom 12.07.17

In Weekly Planet by LeleLeave a Comment

Bei mir ist nicht viel los. Es regnet ständig, nicht nur bei mir, und so Sachen wie Hamburg aus der Ferne zu beobachten ist anstrengend, nicht so anstrengend wie dabei zu sein, sicherlich. Es gibt genug absolut berechtigte Fragen und Meinungen. Vor ein paar Jahren war Ferguson das große Ding wegen der militarisierten Polizei, dauert nicht mehr lange und wir reihen uns ein. Aber hey, das hier hat mal als Kolumne, Dingsbums über Comics und dergleichen angefangen, also will ich auch versuchen in der Richtung zu bleiben.

ganzkurzeRezension: Killing Gravity von Corey J. White

Killing Gravity ist kurz, eine Novelle, trägt keinen Überschuss mit sich herum und unterhält vom ersten Buchstaben an. Miriam, sie nennt sich Mars, wird im Laufe des Buches als „Void Witch“ bezeichnet, prinzipiell bedeutet das, dass sie Telekinetische Kräfte hat und damit im Weltraum Raumschiffe ineinander krachen lässt. Und das ist verdammt cool. In verscheidenen Kritiken wurde die Story mit Firefly verglichen und der Vergleich passt, wenn die Geschichte noch etwas länger wäre, dann wäre der Vergleich noch besser. Auf diesen beinahe 170 Seiten passiert viel, aber ein Firefly Vergleich zieht mit sich, dass wir Charakteren beim Leben zusehen können. Das ist hier kaum möglich, vollkommen okay und schade. Die Reise die Miriam durchmacht, zusammen mit ihrer katzenähnlichen Begleitung und einer gut durchmischten Crew ist faszinierend, anziehend, divers und sehr unterhaltsam. Ein zweiter Teil ist angekündigt, hoffentlich etwas umfangreicher und bald in meinen Händen…

Killing Gravity von Corey J. White ist bei Tor erschienen und kostet zu teure $15.

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Gut argumentierte Meinung zu Sophia Coppolas Rassissmus. Das hier ist der beste, mir bekannte, Podcast zum Thema „Whiteness“ und Malcom Gladwells Podcast ist auch wieder da. The Footsoldier of Birmingham ist ein faszinierender Blick auf ein ganz besonderes Foto. Diesen Artikel über Poesie und Kinder werde ich bei Zeiten wieder ausgraben. Und um den Graben ganz tief zu graben, die Zukunft und ihre Roboter-Sex-Puppen könnten düster sein.

ganzkurzeRezension: Octopus Pie Vol. 5 von Meredith Gran

Verdammt ist das ein schöner Comic. Dieser ursprüngliche, inzwischen beendete, Webcomic ist unglaublich gewachsen. Meredith Grans Fähigkeiten sind unglaublich, ihre Zeichnungen, Gesichter und Mimiken, ihre Dialoge, so fein, gefühlvoll und immer mit einer Träne oder einem Lächeln besetzt und das Layout der Panels ist gigantisch. Die Farben ergänzen wunderbar. Dieses Buch ist ein Fest und ich habe jede Seite genossen, auch wenn ich nicht jeden Charakter zuordnen konnte. Es ist schließlich ein zehnjähriger Webcomic, da kann Mensch schon mal eine Wissenslücke haben.

Octopus Pie Vol. 5 ist bei Image Comics erschienen und kostet gerechtfertigte $19,99.

Zurück #2
So, schaut euch Castlevania an und baut euren positiven Speicher mit Little Witch Academia wieder auf. Gönnt euch was, esst ein Eis und hört Schwanensee, voll schöne Musik! Das Cover-Bild stammt von Tommy Arnold. Das zweite Bild ist vom Octopus Pie Vol. 5 Cover und gezeichnet hat es Meredith Gran.