WEEKLY PLANET #63 – FEND OFF THE WOLVES

In Weekly Planet by LeleLeave a Comment

Eine Woche, in der Fortschritte gemacht wurden, leider nur persönlicher Natur. In diesem WEEKLY PLANET gibt es eine Review von Naomi Noviks Spinning Silver, fünf Bücher auf die ich mich sehr freue und eine gute Ladung Lesezeichen. Steigt ein, schnallt euch an oder lehnt euch zurück. Wie ihr wollt.

DRAGONS EAT EVERYTHING UPDATE

ALL YOU CAN EAT rollt die Archive aus. Den xten Anfang machen Wolves Like Us, ich erinnere mich gerne an das Interview mit Lars. Im aktuellen NINJA PIRATE BROADCAST gibt Paula mit einer exzellenten Tarte an ohne in der Sendung gewesen zu sein. In Wahrheit ging es um die zweite Staffel von GLOW, die vierte Staffel (!) von The Unbreakable Kimmy Schmidt und so einiges mehr. Hören könnt ihr das Ganze hier!

Review: Spinning Silver von Naomi Novik

Spinning Silver ist Naomi Noviks neues Fantasy Buch. Es folgt Uprooted einem sehr erfolgreichen und viel gelobten Buch, sowohl in Qualität als auch in manchen Themen. Um das vorweg zu nehmen, Spinning Silver ist ziemlich gut, faszinierend, in manchen Dingen anders, in anderen übliche Kost und eine klare Empfehlung.

Für eine gewisse Grundlage folgende Informationen: Uprooted war nicht Noviks erstes Buch, es ist das erste von ihr, das ich gelesen habe. Daher basiert meine Wahrnehmung stark auf diesem Buch. In Uprooted ging es um eine junge Frau, die im Turm eines Zauberers arbeiten muss. Sie entdeckt eigene Fähigkeiten, weigert sich einfach nur das zu tu was der Mann ihr sagt und krempelt alles, inklusive des stinkigen Zauberers, komplett um. Ende gut alles gut. In Spinning Silver geht es um verschiedene Frauen, die sich Männern widersetzen und ihren eigenen Weg suchen und eventuell gehen. Miryem ist die Tochter eines Geldleihers, die die Arbeit ihres Vaters in die eigenen Hände nimmt und so Silber zu Gold macht. Auf diesem Wege erweckt sie die Aufmerksamkeit des Königs der Staryk, einem Folk von winterlichen Elfen, die nichts Gutes verheißen und nach Gold lechzen. Wanda ist die Tochter eines Arschlochs, die eventuell von Miryem angeworben wird, um im Haushalt auszuhelfen. Irina ist Tochter eines Herzogs, bekommt magische Geschenke und wird an den Zaren verheiratet. Letzterer ist mehr als das Auge anfangs sieht. Das Buch folgt größtenteils diesen drei Perspektiven. Später kommen noch der Zar oder die Geschwister von Wanda hinzu. Wichtig ist noch die Anlehnung an das Rumpelstilzchen, die Geschichte orientiert sich grob an dem Märchen.

Manche Sachen funktionieren unglaublich gut. Die Magie, die eine reale ist, aber von den Außenstehenden nicht so wahrgenommen wird. Miryem gehört zu einer Familie von Juden, die schon lange Geld leihen und in diesem mittelalterlich, russisch angehauchten Land die einzigen sind die diesem Job nachgehen, inklusive der Ablehnung durch andere Menschen. So kommt es, dass sie aus Silber Gold macht. Sie sammelt Schulden ein, investiert und bringt Gewinne zu ihrem Großvater in die Schatztruhe. Für Wanda, die erst Lesen und Schreiben lernt, ist das Anfangs Magie. Spinning Silver verdient Lob und Respekt dafür, eine Fantasy Geschichte zu sein, die jüdische Themen auf respektvolle Art und Weise einbaut und für die Geschichte nutzt. Natürlich gibt es noch andere Magie, aber diese, die für die einen als unnatürlich und die anderen natürlich erscheint ist am spannendsten. Natürlich gibt es diverse Verwicklungen, Konflikte und dergleichen. Die Geschichte ist spannend erzählt.

Ich habe angefangen mit der Beschreibung von Uprooted und damit komme ich zu der Sache die mich stört. Sowohl Irina als auch Myriem finden sich in den Händen von Männern, die sie wie Dreck behandeln. Wanda ist die einzige, der es gelingt sich zu lösen, die Wölfe abzuwehren, wie sie sagt. Aber die beiden anderen sind fest verbunden mit Männern, die ihnen nichts Gutes wollen, die sie ausnutzen und wie Dreck behandeln. Ja Gesellschaft, Regeln, Märchen, Bla Bla, aber es kann nicht sein, dass zwei Frauen, die so viel eigenen Willen und Bereitschaft zu handeln zeigen, sich von diesen Typen einwickeln lassen. Ich kann ihre Handlung in diesem Bereich nicht nachvollziehen und Grund dafür kann sein, dass Novik mich nie wirklich nah an die Charaktere rangelassen hat. Wir sind zwar in ihren Köpfen, aber es fühlt sich trotzdem so an, als ob nur beobachtet wird. Ich konnte mich nicht wirklich mit den Hauptfiguren identifizieren. In dieser Hinsicht war das Ende des Buches unterhaltsam, aber enttäuschend. Ja die Inspiration ist ein Märchen, aber das Märchen war nicht sonderlich gut in manchen Aspekten, die müssen dann auch nicht repliziert werden oder?

Spinning Silver hat mich sehr gut unterhalten. Es ist kompetente, sehr gut geschriebene und in vielen Dingen herausragende Fantasy. Der Umgang mit Magie, das Gefühl von Winter, politische Machenschaften, das alles hat mich am Ball gehalten und ich habe es sehr genossen. Ein wenig bitter bleibt der Geschmack wegen des Endes, aber das ist es wert.

Ich habe ein Leseexemplar gelesen. Spinning Silver ist bereits erschienen und in Buchläden die englisches Sortiment haben sicherlich zu erwerben.

via Amanda

Neue Lesezeichen

We need to teach and remind men as often as possible that recovery means responsibility. It means not giving in to the improper assumption that this is who you are, or that your own personal transgressions are forgiven simply because you say aloud that you’ve suffered a trauma of your own. It means understanding how it shaped your behaviour, but making amends and owning up to your actions, and working toward genuine emotional openness and understanding. We want to think we can get there by simply saying, “I made mistakes,” but that’s not the case.

Trauma is a lot of things. It defies analogy. But it isn’t an excuse. We don’t write off the things we destroy by saying, “Once upon a time I suffered”. We heal. We take the shards out of ourselves and take responsibility for the things we’ve cut. We put things back together.

We come off the ledge.

We stop going onto ledges.

  • Schon mal über Internet of Things in Bezug auf häusliche Gewalt nachgedacht? Verdammter Bockmist.

Connected home devices have increasingly cropped up in domestic abuse cases over the past year, according to those working with victims of domestic violence. Those at help lines said more people were calling in the last 12 months about losing control of Wi-Fi-enabled doors, speakers, thermostats, lights and cameras. Lawyers also said they were wrangling with how to add language to restraining orders to cover smart home technology.

Muneerah Budhwani, who takes calls at the National Domestic Violence Hotline, said she started hearing stories about smart homes in abuse situations last winter. “Callers have said the abusers were monitoring and controlling them remotely through the smart home appliances and the smart home system,” she said.

Fünf Bücher, die auf der Liste stehen…

Dreadful Company von Vivian Shaw (31.07.2018)

Strange Practice war eines meiner Lieblingsbücher des letzten Jahres. Es war so wundervoll warm, spannend, liebevoll und ein wirklich schönes Buch. Der zweite Teil hat erste sehr gute Kritiken bekommen und ich kann es kaum erwarten Dr. Greta Helsing zu einer Konferenz nach Paris (!) zu folgen und zu erfahren was da so vor sich geht.

Revenant Gun von Yoon Ha Lee (12.06.2018)

Es liegt nicht weit weg von mir. Es ist in Reichweite. Ich muss nur Zeit und den Kopf dafür haben. Yon Ha Lee hat mich mit Ninefox Gambit und Raven Strategem stark beeindruckt. Mit dieser ganz besonderen Art von Space Opera, die faszinieren, verwirrend und großartig daher kam, hatte ich nicht gerechnet. Der dritte und letzte Teil in der Trilogie verspricht das, was mich momentan am meisten anfixt: SPAAAAACE!

A Study in Honor von Claire O’Dell (31.07.2018)

Ich habe jetzt schon so viel von diesem Holmsigen Buch gehört, dass ich nicht anders konnte, als die Bestellung abzugeben. Eine Story, angelehnt an Sherlock Holmes, mit queeren, schwarzen Frauen in den Rollen von „Holmes“ und „Watson“ UND das alles in einer Zukunft, die angenehm nach Cyberpunk klingt. Ich bin am Start.

The Warmaster von Dan Abnett (Paperback) (27.11.2018)

Ich glaube ich besitze alle Gaunt’s Ghosts Bücher. Einen Großteil auf Deutsch, das eine oder andere doppelt und dreifach gelesen. Abnett schreibt fantastische Military SciFi im Warhammer 40k Universum. Ich liebe diese Charaktere, die ihr Leben für den Imperator aufs Spiel setzen. Leider braucht Abnett in letzter Zeit sehr lange um neue Bücher in der Serie zu veröffentlichen. Das hier ist schon länger draußen, aber ich bin zu knauserig, als das ich rund 25€ für das Hardcover ausgeben würde. Irgendwann kommt dieses Jahr das Paperback, dann bin ich am Start. Nieder mit dem Blutpakt!

Bloody Rose von Nicholas Eames (28.8.2018)

Kings of the Wyld hat eine große Menge Spaß gemacht. Es war die perfekte Mischung aus stupiden Abenteuern, knarzenden Knochen und guten Witzen. Die alten Herren, die damals noch mal die Rüstung anlegen mussten, sind diesmal nicht am Zug. Stattdessen geht es um eine der Töchter und die Bardin, welche sich der Bande der titulären Bloody Rose anschließt. Aus dem letzten Buch ist klar, Bard*innen leben nicht lange in dieser Welt. Für Humor, Dungeons & Dragons in Buchform und kickass Frauen, das ist das Buch.


Schön wars

Schön ist es immer noch. Bleibt an eurem Ball, genießt das Leben. Auf welche Bücher freut ihr euch? Sonst so? <3

About the Author

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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