Price Guide to the Occult – Weekly Planet #72

In Weekly Planetby LeleLeave a Comment

Letzte Woche habe ich Pause gemacht. Da war eine Betriebsfeier und dementsprechend vielleicht etwas Alkohol und das sind zu viele Informationen. Diesmal gibt es eine Review zu Price Guide to the Occult von Leslye Walton und eine große Anzahl von zukünftigen Lesezeichen. Kopfüber rein da!

DRAGONS EAT EVERYTHING UPDATE

Wir haben eine Menge ALL YOU CAN EAT Interviews abgeliefert. Anh hat nicht nur mit Gereon Klug über den „König der Möwen“, sondern auch mit Granda über ihr aktuelles und sehr schönes Sommertrennungsalbum gesprochen. Ich habe die Trucks über ihr kommendes Album „Nicht Nichts“ ausgefragt und mit Hello Emerson über Möwen gesprochen. Im NERD FEUILLETON #10 haben wir sehr umfassend über Cyberpunk gesprochen. Kommende Woche machen Anh und ich das Reeperbahn Festival unsicher. Interviews sind gebucht, Konzerte stehen auf der Liste, wir werden viel zu tun haben. Daher wird es kommenden Sonntag vielleicht auch keinen WEEKLY PLANET geben. Aber ich fahre auch von 20-22 Uhr nach Hause, da könnte sich was ergeben.

LESEZEICHEN 01

Aus den Boxen kommt übrigens eine Band namens Menace Beach. Das Interview mit diesen freundlichen Menschen habe ich noch irgendwo rumliegen. Wie auch immer, das neue Album ist ganz nice. Vielfältiger als das Letzte und trotzdem stimmungsvoll und etwas eigenes.

Let’s read some stuff shall we?

REVIEW: A PRICE GUIDE TO THE OCCULT VON LESLYE WALTON

The Price Guide to the Occult ist düstere Young Adult Fantasy von Leslye Walton. Hier wird gezaubert und verflucht. Auch wenn das Buch zum Ende heraus an Substanz verliert, war es bis dorthin ein angenehm unheimliches Erlebnis.

Nor Blackburn ist Nachfahrin einer großen und berühmten Hexe. Rona Blackburn wurde einst übel mitgespielt und aus Rache verfluchte sie nicht nur die, die Schuld an ihrem Übel trugen, sondern auch ihre eigene Familie. Die Töchter der Familie haben seitdem immer nur eine der vielen Fähigkeiten, die Rona ihr Eigen nannte. Die einen können schneller rennen als der Wind, andere sind unglaublich stark und Nors Großmutter kann heilen. Der andere Teil des Fluches bedeutet eine dreitägige Liebesaffäre, die jede Tochter mit einem Mann auf der Insel hat. Danach will der Mann nichts mehr von der jungen Frau wissen, die bald danach eine neue Blackburn gebären wird.

“At night they sealed their affair with whispered oaths and christened the bedsheets with sweat.”

Nor ist die Tochter einer solchen Vereinigung. Während sich andere Vorfahren mit dem Fluch arrangiert haben, ist das ihrer Mutter Fern nicht gelungen. Sie ist Nors Vater verfallen und schreckt nicht vor schwarzer Magie zurück, um ihn zurückzugewinnen. Ferns Fähigkeit bedeutet Kontrolle über andere Menschen, die alles für sie tun wollen, so lange wie sie sich in ihrem Umfeld befinden. Nor ist in einer Art Kult aufgewachsen, in der sich ihre Mutter als letztes um sie gekümmert hat und ihre Tochter für ihre magischen Zwecke missbrauchte. Dementsprechend ist Nor psychisch stark lädiert. Am Anfang der Geschichte hat sie eine intensive Phase der Selbstverletzung überstanden.

Nor hat das Los der Heldin einer Young Adult Geschichte gezogen. Sie hat eine beschissene Kindheit hinter sich und hat eine wundervolle beste Freundin. Sie hat eine dunkle Seite, mehr Kräfte als all ihre Vorfahren, ausgenommen Rona, zusammen und verliebt sich natürlich schon beim ersten Blick auf den neuen in der Schule. Die Geschichte erfüllt eine Menge an Klischees und tut das nicht immer graziös. Trotzdem schafft Walton es eine Grundstimmung zu erzeugen, die simmert und überzukochen droht.

Ihre Darstellung von Magie ist interessant und gut gelungen. Nors Großmutter, eine Heilerin, überträgt die Wunden anderer auf sich selbst und kann sie dann aus ihrem Körper entfernen. So kommt es, dass sie sich in einer Szene Gänsefedern aus der Hand zieht, die verpuffen, sobald sie sie verlassen haben. Nor kann die Gedanken von Pflanzen und Tieren hören und wie sich herausstellen wird, noch viel mehr als das.

Den Konflikt bringt der „Price Guide to the Occult“, eine Art Katalog den Fern herausbringt und der ihr zu großem Ruhm verhilft. Dass tatsächliche Opfer von Nöten sind, um die darin beschriebenen Zaubersprüche zu wirken, das interessiert weder das gemeine Volk, noch Präsidenten verschiedener Länder, die bald in den Bann der bösen Hexe fallen. Ferns Ziel scheint die Insel zu sein, auf der alles seinen Anfang genommen hat. Nor lebt noch immer hier und spürt das Unheil näherkommen.

Genau hier liegen die Stärken des Buches, in der Stimmung, der Gegend, dem brodelnden Unwetter. Die Beschreibungen sind lebendig, die Spannung spürbar. Das trägt durch eine Geschichte, die im Nachhinein einen faden Geschmack hinterlässt. Wo kommen Nors Kräfte her? Was zur Hölle ist das für ein Ende in einem vermeidlich alleinstehenden Buch? Wie kommt es, dass sich Jugendliche in Büchern immer verlieben, ohne miteinander zu interagieren? Bin nur ich das oder brauchen Freundschaft oder Liebe nicht etwas mehr als einen Blick und einen Kaffee?

The Price Guide to the Occult funktioniert mehr auf Grund der Stimmung des Buches, als wegen der außergewöhnlichen Geschichte. Die einen Details sind toll (queere Großeltern), die anderen weniger. Eine Fortsetzung scheint unausweichlich und es würde mich schon interessieren, in welche Richtung diese gehen würde. Hoffentlich kann sie sich von den Lasten des Genres lösen.

Ich habe ein Leseexemplar gelesen. Das Buch ist bereits erschienen und im Buchladen der Wahl zu erwerben/bestellen. Meines Wissens nach gibt es das Buch bisher nur auf Englisch.

via Rachel

LESEZEICHEN 02 – TEACHING EDITION

Joyce Manor haben auch ein neues Album. Es heißt Million Dollars to Kill Me und es ist alles was Mensch von der Band erwarten kann: Punk, Pop, gute Texte und mehr als ein Ohrwurm.

LESEZEICHEN 03 – Das beste vom Rest

Ich freue mich sehr auf The Phoenix Empress, den zweiten Teil zu K Arsenault Riveras The Tiger’s Daughter. Einen Ausschnitt kann Mensch hier lesen. Außerdem bin ich gespannt auf die John Scalzi’s Consuming Fire, hier gibt es das erste Kapitel bereits vorab.

via Tasia

OUTRO

Joyce Manor ist gerade vorbei. Zum Glück hat Waxahatchee auch was neues. Great Thunder ist eine etwas ruhigere EP, die sich trotzdem kräftig aufbaut. Passend zu Great Thunder ist soeben der Strom ausgegangen. Irgendwo habe ich noch eine Kerze. Der Gedanke an die Kerze hat den Strom wieder angemacht. So kanns gehen. Bis zum nächsten Mal!

About the Author

Lele

Wurde von einer Horde wilder Otakus aufgezogen und hat sich danach der westlichen Comicwelt gewidmet. Leles Spinnensinn klingelt wann immer jemand fragt „Warum heißt er eigentlich BATman, wenn er doch eigentlich der Gute ist?“. Er bringt eine umfangreiche Erfahrung in der Comicindustrie mit und die teilt er gerne mit jedem, egal ob er nun davon hören will oder nicht. Immer gut gelaunt spezialisiert sich Lele neben den Comics vor Allem auf Musik. Falls es eine japanische Underground-Band gibt, in der 4 Schulmädchen auf Gummihühner die Werke Mozarts nachspielen, so hat Lele schon ein Interview geplant, ein T-Shirt der Band im Schrank und ein Tattoo der Frontsängerin auf seinem Knöchel. „Also ich habe ja die Bücher gelesen…“ – Lele Lucas

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